Wie funktioniert der RE1-Ersatzverkehr zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) bis zum 15. August 2026

Seit dem Abend des 24. Juli ist der regionale Bahnverkehr auf einem der wichtigsten Ost-West-Korridore Brandenburgs unterbrochen: Zwischen Berlin Ostbahnhof und Frankfurt (Oder) ersetzt der RE1-Ersatzverkehr Berlin Frankfurt Oder sämtliche Regionalexpress-Züge, weil DB InfraGO gleichzeitig an Gleisen, Oberleitungen, Bahnsteigen und Anlagen entlang der mehr als 80 Kilometer langen Strecke arbeitet. Die Vollsperrung gilt nach aktuellem Fahrplan bis Samstag, 15. August 2026, etwa 03.20 Uhr; betroffen sind Pendler aus Erkner, Fürstenwalde und dem Landkreis Oder-Spree ebenso wie Reisende zum Flughafen BER und Fahrgäste internationaler Eurocity-Verbindungen nach Polen, berichtet RENEWZ.de unter Berufung auf die offiziellen Angaben von ODEG, VBB und Deutsche Bahn.
ODEG hat für die Sperrzeit mehrere voneinander getrennte Buslinien eingerichtet. Neben langsameren Verbindungen, die den Verlauf des RE1 weitgehend über Landstrassen nachbilden und die Zwischenstationen bedienen, fahren Expressbusse über die Autobahn A12. Eine besonders wichtige Direktverbindung verbindet Frankfurt (Oder) ohne Zwischenhalt mit dem Flughafen Berlin Brandenburg. Dennoch müssen Reisende mit längeren Fahrzeiten, zusätzlichen Umstiegen und begrenzten Kapazitäten rechnen. Wer eine feste Ankunftszeit, einen Flug oder einen internationalen Anschluss erreichen muss, sollte nicht allein den regulären RE1-Fahrplan als Orientierung verwenden.
Was genau ist auf der RE1-Strecke gesperrt
Die Vollsperrung begann am Freitag, 24. Juli 2026, gegen 21.00 Uhr. Bis zum 15. August gegen 03.20 Uhr entfallen sämtliche Züge der Linie RE1 im Abschnitt zwischen Berlin Ostbahnhof und Frankfurt (Oder). Der westliche Abschnitt der Linie in Richtung Potsdam, Brandenburg und Magdeburg ist damit nicht vollständig eingestellt, die Züge können jedoch Berlin nicht auf dem regulären Weg durchqueren und enden beziehungsweise beginnen wegen weiterer Bauarbeiten teilweise an veränderten Bahnhöfen.
Die Sperrung betrifft nicht nur ODEG-Züge. Auch Fernverkehrszüge können den Abschnitt zwischen Berlin und der deutsch-polnischen Grenze während der Arbeiten nicht regulär befahren. Fahrgäste müssen deshalb genau unterscheiden, ob sie regional zwischen Berlin und Ostbrandenburg unterwegs sind, einen Eurocity nach Polen gebucht haben oder den Flughafen BER erreichen wollen.
| Punkt | Offizielle Regelung |
|---|---|
| Beginn der Vollsperrung | 24. Juli 2026, etwa 21.00 Uhr |
| Geplantes Ende | 15. August 2026, etwa 03.20 Uhr |
| Gesperrter Abschnitt | Berlin Ostbahnhof – Frankfurt (Oder) |
| Betroffene Linie | RE1 sowie einzelne Fernverkehrsverbindungen |
| Betreiber des RE1 | Ostdeutsche Eisenbahn GmbH, ODEG |
| Infrastrukturarbeiten | DB InfraGO AG |
| Ersatzangebot | Busse mit Zwischenhalten und Expressbusse |
| Zentrale Berliner Alternative | S-Bahn-Linie S3 bis beziehungsweise ab Erkner |
| Direktbus zum Flughafen | Frankfurt (Oder) – Flughafen BER |
Die Arbeiten hängen nach Angaben der Deutschen Bahn unter anderem mit dem Umbau des Bahnhofs Köpenick, Arbeiten an Oberleitungen und Anlagen sowie Bahnsteigverlängerungen in Ostbrandenburg zusammen. In Berkenbrück, Jacobsdorf und Pillgram werden Bahnsteige angepasst, weil Teile der auf dem RE1 eingesetzten längeren Züge bislang nicht vollständig an den vorhandenen Bahnsteigen halten können. Zwischen Erkner und Berlin werden zudem Arbeiten an technischen Anlagen und an einem Fussgängertunnel ausgeführt.
Welche Expressbusse fahren zwischen Berlin, BER und Frankfurt (Oder)
Das Ersatzkonzept besteht nicht aus einer einzigen durchgehenden Buslinie. ODEG unterscheidet mehrere sogenannte Takte, die jeweils unterschiedliche Fahrgastgruppen und Streckenabschnitte abdecken. Dadurch sollen langsame Busse mit allen Zwischenhalten von den schnelleren Autobahnverbindungen getrennt werden.
Der wichtigste Express für Reisende aus Berlin ist der Takt X. Dieser Bus fährt direkt zwischen dem Flughafen BER und Frankfurt (Oder) und nutzt dabei die Autobahn. Zwischen dem Flughafen und Frankfurt sind keine weiteren Halte vorgesehen. Die Fahrt dauert nach den veröffentlichten Fahrplaninformationen etwas mehr als eine Stunde und ist damit deutlich schneller als eine Verbindung über Erkner mit einem Bus, der alle Stationen bedient.
Übersicht der RE1-Ersatzbusse
| Takt | Strecke | Bedienung |
|---|---|---|
| Takt A | Frankfurt (Oder) – Fürstenwalde – Erkner | Alle Zwischenhalte, überwiegend über Landstrassen |
| Takt B | Frankfurt (Oder) – Fürstenwalde – Erkner | Frankfurt–Fürstenwalde als Express über die Autobahn, danach Zwischenhalte |
| Takt C/D | Fürstenwalde – Erkner | Alle vorgesehenen Zwischenhalte |
| Takt X | Flughafen BER – Frankfurt (Oder) | Express über die Autobahn, ohne Zwischenhalt |
Für Fahrgäste, die in Berlin starten und nicht über den Flughafen fahren, bleibt die S-Bahn-Linie S3 die wichtigste Verbindung nach Erkner. Dort erfolgt der Umstieg in einen Ersatzbus. Die S3 ist nicht Teil des RE1 und wird von der Sperrung der Regional- und Fernbahngleise grundsätzlich nicht erfasst. Reisende sollten jedoch ausreichend Umsteigezeit einplanen, weil die Bushaltestellen je nach Bahnhof nicht unmittelbar am gewohnten Bahnsteig liegen.
Zwischen Erkner und Fürstenwalde werden laut ODEG mehrere Busangebote kombiniert. Der langsamere Bus bedient die Orte entlang der bisherigen RE1-Strecke. Die Reisezeit erhöht sich dadurch erheblich, weil der Bus den Strassenverkehr berücksichtigen und mehrere Haltestellen anfahren muss. Ein weiterer Expressabschnitt verbindet Fürstenwalde und Frankfurt (Oder) über die A12, ohne alle kleineren Stationen zu bedienen.
Wie lange dauert die Fahrt im Ersatzverkehr
Eine einheitliche Reisezeit gibt es während der Sperrung nicht. Die Dauer hängt davon ab, ob Fahrgäste den direkten Bus vom Flughafen BER, die S3 nach Erkner oder eine Regionalzug-Umfahrung über Königs Wusterhausen wählen. Auch Tageszeit, Autobahnverkehr, Umsteigezeiten und die Auslastung der Busse können die tatsächliche Dauer verändern.
Für die Direktverbindung zwischen BER und Frankfurt (Oder) sollten Reisende etwas mehr als eine Stunde reine Busfahrzeit einplanen. Hinzu kommt die Anreise zum Flughafen. Wer beispielsweise aus der Berliner Innenstadt kommt, muss zunächst mit S-Bahn, Regionalverkehr oder Flughafenexpress zum BER fahren und dort in den Takt X umsteigen.
Die langsameren Ersatzbusse zwischen Erkner und Frankfurt (Oder) benötigen im Vergleich zur regulären RE1-Verbindung mehr als eine Stunde zusätzliche Fahrzeit. Der Grund ist, dass sie mehrere Zwischenstationen bedienen und nicht durchgehend über die Autobahn fahren.
| Reiseweg | Erwartbare Gesamtdauer | Besonderheiten |
|---|---|---|
| BER – Frankfurt (Oder), Takt X | etwas mehr als 1 Stunde | Direktbus ohne Zwischenhalt |
| Berlin – Erkner – Frankfurt (Oder) | deutlich länger als regulärer RE1 | S3 plus Ersatzbus, mindestens ein Umstieg |
| Berlin – Königs Wusterhausen – Frankfurt (Oder) | knapp 2 Stunden ab Berlin Ostbahnhof | RE7 und RB36 |
| Berlin – Eberswalde – Frankfurt (Oder) | erheblich länger | RB24 und RB60, langer Umstieg möglich |
| Erkner – Fürstenwalde | je nach Bus und Verkehr | Busse mit Zwischenhalten |
| Fürstenwalde – Frankfurt (Oder) | schneller mit Expressbus | Teilweise Fahrt über A12 |
Pendler sollten mindestens 30 bis 60 Minuten zusätzliche Reserve einplanen. Bei Flügen, internationalen Zügen, Prüfungen oder beruflichen Terminen ist eine grössere Zeitreserve sinnvoll. Ersatzbusse können auf Verkehrsstörungen der A12 oder auf verspätete S-Bahnen nur begrenzt reagieren.
Welche Haltestellen gelten in Fürstenwalde und Frankfurt (Oder)
Während des Ersatzverkehrs fahren die Busse nicht überall direkt vor dem regulären Bahnhofseingang ab. ODEG weist ausdrücklich auf veränderte Haltestellen in Fürstenwalde und Frankfurt (Oder) hin. In Fürstenwalde befindet sich die Ersatzhaltestelle an der Trebuser Strasse. In Frankfurt (Oder) kommen die Busse in der Bahnhofstrasse hinter der Einmündung Spiekerstrasse an und fahren dort auch ab. Diese Regelung gilt nach aktuellem Stand bis zum 14. August 2026.

Reisende sollten die zusätzliche Gehzeit zwischen Bahnhofsgebäude, Bahnsteigen und Ersatzhaltestelle berücksichtigen. Besonders bei Gepäck, Kinderwagen oder eingeschränkter Mobilität kann ein knapper Umstieg problematisch werden.
Wichtige Hinweise für den Umstieg
- In Fürstenwalde nicht automatisch vor dem Haupteingang auf den Bus warten, sondern der ausgeschilderten Wegeleitung zur Trebuser Strasse folgen.
- In Frankfurt (Oder) die Haltestelle in der Bahnhofstrasse hinter der Spiekerstrasse nutzen.
- Die Abfahrt des Ersatzbusses kann einige Minuten von der üblichen RE1-Abfahrtszeit abweichen.
- Bei hoher Nachfrage auf mehrere bereitgestellte Busse verteilen.
- Vor der Fahrt die Verbindung erneut in der VBB-Fahrinfo, im DB Navigator oder in der ODEG-Auskunft prüfen.
- Für den Umstieg von der S3 in Erkner zusätzliche Zeit einplanen.
- Auf Lautsprecherdurchsagen und kurzfristige Hinweise des Personals achten.
ODEG empfiehlt ausdrücklich, sich auf die bereitgestellten Fahrzeuge zu verteilen. Ein einzelner Bus kann die Kapazität eines langen Doppelstockzuges nicht ersetzen. Während der Hauptverkehrszeiten können mehrere Busse für dieselbe Fahrt eingesetzt werden, dennoch sind volle Fahrzeuge und Wartezeiten nicht ausgeschlossen.
Was gilt für Fahrräder, Rollstühle und Kinderwagen
Der Ersatzverkehr kann die Transportkapazität des regulären RE1 nicht vollständig abbilden. Das betrifft insbesondere Fahrräder, grössere Gepäckstücke, Rollstühle und Kinderwagen.
Bei begrenztem Platz haben Rollstühle und Kinderwagen Vorrang. Für Fahrräder besteht in Ersatzbussen grundsätzlich kein garantierter Beförderungsanspruch. Selbst wenn ein Fahrrad in einem wenig ausgelasteten Bus mitgenommen werden kann, lässt sich daraus keine verlässliche Planung für die Rückfahrt ableiten.
Reisende mit Mobilitätseinschränkungen sollten ihre Verbindung daher besonders sorgfältig prüfen. Ein barrierefreier Zuganschluss bedeutet nicht automatisch, dass auch das eingesetzte Ersatzfahrzeug dieselben Bedingungen bietet. Bei wichtigen Fahrten ist es sinnvoll, sich vorab direkt beim Verkehrsunternehmen über die konkrete Verbindung und mögliche Hilfen zu informieren.
| Reisebedarf | Situation im SEV |
|---|---|
| Rollstuhl | Beförderung grundsätzlich vorgesehen, Kapazität kann begrenzt sein |
| Kinderwagen | Vorrang bei knappen Platzverhältnissen |
| Fahrrad | Kein Anspruch auf Mitnahme |
| Grosses Reisegepäck | Mitnahme abhängig vom verfügbaren Stauraum |
| Gruppen | Vorherige Prüfung und möglichst Aufteilung empfohlen |
| Reisende mit Anschluss | Zusätzliche Umsteigezeit erforderlich |
Für Radtouristen ist die Sperrung deshalb besonders relevant. Wer auf dem Hinweg mit Fahrrad in einen Bus gelangt, kann nicht sicher davon ausgehen, dass dies bei einer späteren oder stärker ausgelasteten Verbindung erneut möglich ist. Eine alternative Route oder ein Fahrradverleih am Ziel kann verlässlicher sein.
Welche Alternativen gibt es ohne Ersatzbus
Wer den Bus vermeiden möchte, kann Frankfurt (Oder) während der Sperrung über andere Regionalbahnlinien erreichen. Die praktischste Schienenumfahrung führt über Königs Wusterhausen.
Von Berlin fährt der RE7 nach Königs Wusterhausen. Dort können Reisende in die RB36 umsteigen, die über Storkow, Beeskow und Müllrose nach Frankfurt (Oder) verkehrt. Ab Berlin Ostbahnhof dauert diese Route nach den veröffentlichten Angaben knapp zwei Stunden. Sie ist damit langsamer als der reguläre RE1, bietet aber eine weitgehend durchgehende Bahnalternative.
Eine weitere theoretische Verbindung führt mit der RB24 von Berlin Ostkreuz nach Eberswalde und anschliessend mit der RB60 nach Frankfurt (Oder). Wegen der langen Strecke und eines möglicherweise fast einstündigen Umstiegs ist diese Variante für tägliche Pendelfahrten wenig attraktiv.
Welche Route passt zu welcher Reise?
| Reisezweck | Empfehlenswerte Variante |
|---|---|
| Schnell von Frankfurt (Oder) nach Berlin | Takt X bis BER, danach Weiterfahrt nach Berlin |
| Fahrt zwischen Berlin und Erkner | S-Bahn S3 |
| Fahrt zu Orten zwischen Erkner und Fürstenwalde | Ersatzbus mit Zwischenhalten |
| Fahrt Fürstenwalde – Frankfurt (Oder) | Expressbus über die A12 prüfen |
| Reise vollständig mit Regionalzügen | RE7 und RB36 über Königs Wusterhausen |
| Reise mit Fahrrad | Alternative Zugroute bevorzugen |
| Fahrt zum Flughafen BER | Direkter Takt X ab Frankfurt (Oder) |
| Fahrt mit viel Gepäck | Direktverbindung mit möglichst wenigen Umstiegen wählen |
Welche Verbindung tatsächlich am schnellsten ist, hängt vom Startpunkt in Berlin ab. Wer im Südosten der Stadt wohnt, kann den Flughafen BER unter Umständen schneller erreichen als Erkner. Für Fahrgäste aus Köpenick, Friedrichshagen oder Rahnsdorf ist die S3 nach Erkner häufig naheliegender.
Was ändert sich bei Eurocity-Zügen nach Polen
Die Sperrung betrifft auch internationale Züge zwischen Berlin, Frankfurt (Oder) und Polen. Auf diesem Korridor fahren normalerweise Eurocity-Verbindungen unter anderem in Richtung Warschau, Krakau und Danzig. Da die Züge den gesperrten Abschnitt nicht nutzen können, gelten je nach Verbindung unterschiedliche Ersatz- und Teilstreckenregelungen.
Für den EC 57 wurde beispielsweise ein Ersatzbus ab Berlin Hauptbahnhof nach Frankfurt (Oder) angekündigt. Ab Frankfurt kann der Zug beziehungsweise die internationale Verbindung in Richtung Polen fortgesetzt werden. Fahrgäste dürfen diese Regelung jedoch nicht automatisch auf jede Eurocity-Verbindung übertragen.
Internationale Reisende müssen die konkrete Zugnummer und das Reisedatum im DB Navigator oder in der Buchungsauskunft prüfen. Entscheidend ist nicht nur die Abfahrtszeit, sondern auch der tatsächliche Ersatzhalt in Berlin, die Abfahrtsstelle des Busses und die Frage, ob eine Sitzplatzreservierung auf dem Busabschnitt berücksichtigt wird.
Bei Fahrkarten nach Polen sollte zudem geprüft werden, ob die ursprünglich gebuchte Zugbindung aufgehoben wurde und welche Fahrgastrechte bei einer erwartbaren Verspätung gelten. Da sich die Regelungen je nach Ticketart und Betreiber unterscheiden können, sollte die jeweilige Verbindung einzeln betrachtet werden.
Warum wird die Strecke gerade jetzt vollständig gesperrt
Die Bauarbeiten sind Teil einer umfassenderen Modernisierung des Bahnkorridors zwischen Berlin und Frankfurt (Oder). Im Bereich Köpenick wird der Bahnhof umgebaut. Zudem werden technische Anlagen, Oberleitungen, Bahnsteige und Zugänge entlang der Strecke angepasst.
Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach erklärte zum Beginn der Sperrung, dass die angekündigte Bauzeit von rund drei Wochen eingehalten werden müsse. Wichtig seien ausserdem verlässliche Informationen über Fahrplanänderungen und Ersatzverkehre. Die Arbeiten seien für die Reisenden belastend, sollten aber Voraussetzungen für längere Züge, höhere Kapazitäten und einen zuverlässigeren Betrieb schaffen.
Der RE1 gehört zu den am stärksten genutzten Regionalexpresslinien in Berlin und Brandenburg. Auf den zentralen Abschnitten verkehren die Züge tagsüber normalerweise mehrfach pro Stunde. Eingesetzt werden Doppelstockzüge mit mehreren hundert Sitzplätzen. Ein vollständiger Ersatz dieser Kapazität durch Busse ist logistisch kaum möglich.
ODEG-Geschäftsführer Lars Gehrke hatte bereits vor der aktuellen Sperrung auf die hohe Zahl baubedingter Ausfälle hingewiesen. Nach Angaben des Unternehmens waren bis April 2026 etwa 13 Prozent der vorgesehenen RE1-Verbindungen wegen Baustellen ausgefallen. Die aktuelle Vollsperrung verschärft die Belastung für Pendler, soll aber mehrere Arbeiten in einem gebündelten Zeitraum ermöglichen.
Was müssen Pendler und Reisende jetzt konkret tun
Die wichtigste Regel lautet: Jede Fahrt neu prüfen. Ein gespeicherter Fahrplan, ein Screenshot aus einer früheren Woche oder die gewohnte RE1-Abfahrtszeit reichen während der Sperrung nicht aus.
ODEG, VBB und die Verkehrsinformationszentrale Berlin empfehlen, vor Fahrtbeginn die digitalen Auskunftssysteme zu verwenden. Dort werden die Busfahrten, Ersatzhaltestellen und veränderten Anschlüsse in der Regel in die Verbindungssuche integriert.
Praktische Checkliste vor der Abfahrt
- Verbindung am tatsächlichen Reisetag in der VBB-App oder im DB Navigator prüfen.
- Kontrollieren, ob der Weg über Erkner oder über den Flughafen BER führt.
- Bei einer Busverbindung die genaue Ersatzhaltestelle öffnen.
- Für Umstiege mindestens 15 bis 20 Minuten zusätzliche Reserve vorsehen.
- Bei Flügen oder internationalen Zügen eine deutlich grössere Reserve einplanen.
- Fahrräder nach Möglichkeit nicht im Ersatzbus mitnehmen.
- Bei eingeschränkter Mobilität die Beförderungsmöglichkeit vorab klären.
- Auf der A12 mögliche Staus und Verzögerungen berücksichtigen.
- Kurz vor der Abfahrt erneut nach kurzfristigen Änderungen suchen.
Wer täglich pendelt, sollte mehrere Varianten kennen. Fällt ein Bus wegen hoher Auslastung aus oder wird ein Anschluss verpasst, kann je nach Ausgangsort die Route über BER, Erkner oder Königs Wusterhausen sinnvoller sein.
Wann soll der reguläre RE1 wieder fahren
Nach dem aktuell veröffentlichten Bauplan soll die Vollsperrung am Samstag, 15. August 2026, gegen 03.20 Uhr enden. Danach soll der RE1 zwischen Berlin Ostbahnhof und Frankfurt (Oder) grundsätzlich wieder fahren. Eine Garantie für jede einzelne Verbindung ergibt sich daraus jedoch nicht, weil auch nach dem Ende der Vollsperrung weitere Baustellen, kurzfristige Fahrplanänderungen oder betriebliche Einschränkungen möglich sind.
Parallel bleibt die Berliner Stadtbahn zwischen Charlottenburg und Ostbahnhof für Regional- und Fernzüge bis zum 12. Dezember 2026 gesperrt. RE1-Züge können deshalb auch nach dem 15. August nicht ohne Einschränkungen durch das Berliner Zentrum fahren. Je nach Fahrplan beginnen oder enden sie in Berlin Ostbahnhof beziehungsweise an einem westlichen Berliner Bahnhof. Die S-Bahn fährt auf der Stadtbahn weiterhin.
Für Reisende bedeutet das: Das Ende der Sperrung zwischen Frankfurt (Oder) und Berlin stellt den Regionalzugverkehr auf diesem Abschnitt wieder her, beendet aber nicht sämtliche Einschränkungen in Berlin. Auch nach dem 15. August sollte die konkrete Verbindung vor jeder Fahrt kontrolliert werden.
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