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Wer gewinnt die Berlin-Wahl 2026? Umfragen, Kandidaten und was am 20. September entscheidet

Wer gewinnt die Berlin-Wahl 2026? Umfragen, Kandidaten und was am 20. September entscheidet

August 20, 2026
Monika Schmidt
Berlin wählt am 20. September 2026. CDU und Linke kämpfen um Platz eins, AfD und Grüne folgen knapp. Umfragen, Kandidaten, Wahlregeln und mögliche Koalitionen im kompakten Überblick.

Berlin wählt am 20. September 2026 ein neues Abgeordnetenhaus und zugleich die Bezirksverordnetenversammlungen der zwölf Bezirke. Einen Monat vor dem Wahltermin zeichnet sich kein klarer Favorit ab. CDU, Linke, AfD und Grüne liegen in den Umfragen so dicht beieinander, dass die Reihenfolge je nach Erhebung wechselt; zugleich könnte die SPD trotz niedrigerer Werte für die Bildung einer Regierungsmehrheit entscheidend werden. Erstmals dürfen bei einer regulären Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus auch 16- und 17-Jährige ihre Stimme abgeben. Was über die Berlin-Wahl 2026 bekannt ist, wer in den Umfragen zur Berlin-Wahl vorne liegt und welche Koalitionen derzeit infrage kommen, berichtet die Redaktion RENEWZ.

Der BerlinTrend von Infratest dimap vom 16. Juli 2026 sah die Linke mit 22 Prozent auf Platz eins. Die CDU erreichte 20 Prozent, die Grünen 17 Prozent, die AfD 16 Prozent und die SPD 12 Prozent. FDP und BSW kamen auf jeweils 3 Prozent und lagen damit unter der Fünf-Prozent-Hürde. Zugleich bezeichneten 49 Prozent der Befragten ihre Wahlentscheidung als bereits sicher, während 28 Prozent angaben, ihre Entscheidung könne sich noch ändern. Die Zahlen zeigen damit nicht nur ein enges Rennen an der Spitze, sondern auch ein erhebliches Potenzial für Verschiebungen bis zum Wahltag.

Neuere Erhebungen bestätigen vor allem die Unsicherheit über die Reihenfolge. Eine INSA-Umfrage, für die vom 7. bis 13. August 2026 insgesamt 1.000 Wahlberechtigte befragt wurden, sah die CDU bei 20 Prozent und die Linke bei 19 Prozent. Es folgten die AfD mit 17 Prozent, die Grünen mit 16 Prozent und die SPD mit 15 Prozent; FDP und BSW erreichten jeweils 3 Prozent. Damit lagen zwischen CDU auf Platz eins und den Grünen auf Platz vier lediglich vier Prozentpunkte. Die Frage „Wer liegt bei der Berlin-Wahl vorne?“ lässt sich deshalb nur unter Angabe des jeweiligen Instituts und Erhebungszeitraums beantworten.

Ein Vorsprung von einem Prozentpunkt in einer einzelnen Umfrage ist keine belastbare Vorhersage für das Wahlergebnis am 20. September.

Politisch entscheidet außerdem nicht allein Platz eins darüber, wer anschließend im Roten Rathaus regiert. Für eine Mehrheit im Abgeordnetenhaus braucht die stärkste Partei voraussichtlich mehrere Partner. CDU und Linke schließen ein gemeinsames Regierungsbündnis aus; CDU, SPD, Grüne und Linke wiederum schließen eine Koalition mit der AfD aus. Bleiben FDP und BSW unter fünf Prozent, könnten deshalb insbesondere Dreierbündnisse relevant werden. Auf Grundlage der derzeitigen Kräfteverhältnisse werden vor allem eine Koalition aus CDU, Grünen und SPD sowie ein Bündnis aus Linken, Grünen und SPD diskutiert. Eine bloße Addition von Umfragewerten ersetzt allerdings keine Berechnung der späteren Sitzmehrheit.

Ein bestimmendes Wahlkampfthema ist das Wohnen. Die Linke setzt auf Mieterschutz und die Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände. Spitzenkandidatin Elif Eralp erklärte zum starken Abschneiden ihrer Partei im BerlinTrend: „Das zeigt, dass es genau richtig ist, dass wir die Mietenfrage ins Zentrum gerückt haben, weil es das ist, was den Berlinerinnen und Berlinern schlaflose Nächte bereitet“ (Elif Eralp, Linke, zitiert von rbb24, 20.08.2026). Für mögliche Koalitionsverhandlungen ist das relevant: Die Linke verbindet eine Regierungsbeteiligung mit der Forderung, die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne entsprechend dem Volksentscheid „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ voranzutreiben, während dies mit den Positionen möglicher Partner kollidiert.

Auch bei der CDU hat sich die Ausgangslage im Wahlkampf verändert. Die Partei tritt nicht mehr mit Kai Wegner, sondern mit Stefan Evers als Spitzenkandidaten an. Die Linke geht mit Elif Eralp, die Grünen mit Werner Graf, die SPD mit Steffen Krach und die AfD mit Kristin Brinker in die entscheidenden Wochen vor der Abstimmung. Für die CDU geht es dabei auch um die Frage, ob sie ihren Status als stärkste Kraft verteidigen kann: Bei der Wiederholungswahl zum Abgeordnetenhaus 2023 hatte sie noch 28,2 Prozent erreicht und deutlich vor SPD und Grünen gelegen.

Stand 20. August 2026 lässt sich daher kein seriöser Wahlsieger nennen: Die jüngste hier berücksichtigte INSA-Erhebung sieht die CDU knapp vorn, während der BerlinTrend einen Monat zuvor die Linke auf Platz eins zeigte.

Was ist zur Berlin-Wahl 2026 bereits sicher

Der Wahltermin steht fest. Am Sonntag, 20. September 2026, werden das Berliner Abgeordnetenhaus und die Bezirksverordnetenversammlungen neu gewählt. Die neue Legislaturperiode soll regulär fünf Jahre dauern. Anders als bei der Wiederholungswahl 2023 handelt es sich diesmal wieder um eine reguläre Berliner Landeswahl.

Für die Abgeordnetenhauswahl Berlin 2026 gibt es zwei wichtige Änderungen:

  1. Wahlberechtigt sind bei der Abgeordnetenhauswahl erstmals auch Deutsche ab 16 Jahren, sofern die weiteren gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
  2. Erst- und Zweitstimme stehen nicht mehr auf zwei getrennten Stimmzetteln, sondern gemeinsam auf einem Stimmzettel.
  3. Parallel wird in allen zwölf Berliner Bezirken über die Zusammensetzung der Bezirksverordnetenversammlungen abgestimmt.
  4. Briefwahl ist möglich; der Versand der Briefwahlunterlagen hat in den Bezirken im August begonnen.

Für die Abgeordnetenhauswahl müssen Wahlberechtigte Deutsche sein, am Wahltag mindestens 16 Jahre alt sein und grundsätzlich seit mindestens drei Monaten in Berlin wohnen beziehungsweise sich gewöhnlich dort aufhalten. Bei den BVV-Wahlen können unter den gesetzlichen Voraussetzungen zusätzlich Staatsangehörige anderer EU-Mitgliedstaaten wählen.

Wer liegt in den Umfragen vorn

Eine einzige belastbare „Prognose“ gibt es am 20. August nicht. Der BerlinTrend vom 16. Juli brachte die Linke auf Platz eins, neuere Erhebungen zeigen CDU und Linke wieder wesentlich näher beieinander. Genau deshalb beschreibt rbb24 die Lage einen Monat vor der Wahl als „Kopf an Kopf an Kopf an Kopf“.

ParteiBerlinTrend 16.07.2026
Linke22 %
CDU20 %
Grüne17 %
AfD16 %
SPD12 %
FDP3 %
BSW3 %
Sonstige7 %

Quelle: BerlinTrend/Infratest dimap, veröffentlicht von rbb24 am 16. Juli 2026.

Entscheidend ist deshalb weniger ein einzelner Umfragewert als die Tatsache, dass mehrere Parteien realistische Chancen auf einen der ersten Plätze besitzen.

Welche Parteien und Kandidaten sind entscheidend

Insgesamt treten 17 Parteien mit Landes- oder Bezirkslisten zur Wahl des Abgeordnetenhauses an. Für die Sitzverteilung ist insbesondere die Zweitstimme relevant.

Die größten Parteien gehen mit folgenden Spitzenkandidaten in die entscheidende Wahlkampfphase:

  • CDU: Stefan Evers
  • Linke: Elif Eralp
  • Grüne: Werner Graf
  • SPD: Steffen Krach
  • AfD: Kristin Brinker

Die Linke versucht, ihren starken Umfragetrend vor allem über das Thema Wohnen zu halten. Bei der CDU steht neben den Sachthemen der Wechsel des Spitzenkandidaten im Mittelpunkt. Evers sagte nach seiner Nominierung über die bisherige Regierungszeit: „Es waren drei erfolgreiche Jahre, in denen wir sicherlich nicht alles erreicht haben“ (Stefan Evers, CDU, zitiert von rbb24, August 2026).

Welche Koalitionen sind nach dem 20. September möglich?

Die Koalitionen nach der Berlin-Wahl 2026 könnten komplizierter werden als die Frage nach dem Wahlsieger. Selbst eine Partei auf Platz eins braucht eine Mehrheit im Abgeordnetenhaus, und mehrere mögliche Bündnisse sind politisch bereits ausgeschlossen.

„Was wir sehen können, ist, dass CDU und SPD die Stadt nicht mehr hinter sich haben und dass diese Stadt einen Wechsel will“ (Werner Graf, Grüne, zitiert von rbb24 am 20.08.2026).

Nach dem derzeitigen Stand sind besonders zwei Dreiermodelle relevant: CDU, Grüne und SPD sowie Linke, Grüne und SPD. Grüne und SPD könnten deshalb auch dann erheblichen Einfluss auf die Regierungsbildung erhalten, wenn beide Parteien am Wahlabend nicht auf Platz eins landen.

Die AfD könnte nach ihren aktuellen Umfragewerten deutlich stärker werden als 2023, besitzt derzeit aber keine erkennbare Koalitionsoption mit CDU, SPD, Grünen oder Linken. Kristin Brinker kommentierte die Entwicklung mit den Worten: „Wir haben uns gut stabilisiert und darüber freue ich mich“ (Kristin Brinker, AfD, zitiert von rbb24 am 20.08.2026).

Was entscheidet diese Berlin-Wahl

Drei Faktoren dürften den letzten Wahlkampfmonat prägen: die Mobilisierung noch unentschlossener Wähler, das Thema Wohnen und die Frage, welche Koalition nach dem Wahltag überhaupt politisch möglich ist. Die Ausgangslage lässt sich deshalb knapp zusammenfassen: Platz eins ist offen, mehrere Parteien bewegen sich eng beieinander und der spätere Regierungschef muss nicht automatisch aus der Partei kommen, die einen Monat vor der Wahl eine einzelne Umfrage anführt. Am 20. September entscheiden zunächst die Stimmen. Danach beginnt die mindestens ebenso wichtige Suche nach einer parlamentarischen Mehrheit.

Fragen und Antworten zur Berlin-Wahl 2026

Berlin wählt am 20. September 2026. CDU und Linke kämpfen um Platz eins, AfD und Grüne folgen knapp. Umfragen, Kandidaten, Wahlregeln und mögliche Koalitionen im kompakten Überblick.

Wann findet die Berlin-Wahl 2026 statt?

Am Sonntag, 20. September 2026. Gewählt werden das Abgeordnetenhaus und die Bezirksverordnetenversammlungen.

Wer führt aktuell bei der Berlin-Wahl 2026?

Das hängt von der jeweiligen Umfrage ab. Im BerlinTrend vom 16. Juli lag die Linke mit 22 Prozent vor der CDU mit 20 Prozent. Einen Monat vor der Wahl beschreibt rbb24 CDU, Linke, AfD und Grüne als eng beieinanderliegend.

Ab welchem Alter darf man in Berlin wählen?

Bei der Abgeordnetenhauswahl dürfen 2026 erstmals Wahlberechtigte ab 16 Jahren abstimmen.

Wer wird am 20. September gewählt?

Die Berliner wählen die Mitglieder des Abgeordnetenhauses sowie die Bezirksverordnetenversammlungen der zwölf Bezirke.

Welche Koalitionen gelten als realistisch?

Auf Grundlage der aktuellen Umfragen und politischen Ausschlüsse stehen insbesondere Dreierbündnisse wie CDU–Grüne–SPD oder Linke–Grüne–SPD im Raum.

Wann steht fest, wer Berlin künftig regiert?

Das Wahlergebnis wird am 20. September ausgezählt. Welche Regierung entsteht, kann sich erst anschließend in Koalitionsverhandlungen entscheiden.

Verwendete Materialien

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