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Volkswagen unter Druck: Finanzvorstand Arno Antlitz treibt Milliarden-Sparplan voran

Volkswagen unter Druck: Finanzvorstand Arno Antlitz treibt Milliarden-Sparplan voran

Februar 16, 2026
James Whitmore
VW verschärft Sparkurs: Kosten sollen bis 2028 um 20 % sinken. Vorstand diskutiert Werksschließungen, während der Betriebsrat auf bestehende Verträge pocht

Der Volkswagen-Konzern steht vor einer massiven Ausweitung seines bisherigen Sparkurses, um der anhaltenden wirtschaftlichen Krise und dem steigenden Wettbewerbsdruck entgegenzuwirken. Wie aus internen Kreisen verlautet, planen Konzernchef Oliver Blume und Finanzvorstand Arno Antlitz eine Reduzierung der Gesamtkosten um 20 Prozent bis zum Ende des Jahres 2028. Diese ambitionierten Pläne wurden bereits Mitte Januar vor rund 120 Top-Führungskräften des Unternehmens präsentiert und sollen alle Marken sowie Kostenarten des DAX-Konzerns umfassen. Einem aktuellen Medienbericht zufolge könnten im Zuge dieser Verschärfung sogar Werksschließungen erneut zum Thema werden, obwohl sich die Konzernführung hierzu bislang nicht offiziell äußern möchte, berichtet die Renewz.de unter Berufung auf tagesschau.

Strategische Neuausrichtung und finanzielle Zielvorgaben

Das angestrebte Einsparziel von 20 Prozent entspricht einem gewaltigen Volumen von rund 60 Milliarden Euro. Oliver Blume begründet diesen Schritt mit der Notwendigkeit, die Gewinnschwelle des Automobilriesen deutlich zu senken. Die Gründe für den massiven Kostendruck sind vielfältig: Neben einer spürbaren Flaute auf dem wichtigen chinesischen Markt und der unberechenbaren US-Zollpolitik belastet das schwierige globale Wettbewerbsumfeld die Renditeerwartungen. Volkswagen kämpft bereits seit 2023 mit einem Effizienzprogramm, das die Profitabilität steigern soll. Bisher konnten zwar bereits Einsparungen in zweistelliger Milliardenhöhe realisiert werden, doch die aktuelle Marktsituation erfordert laut Vorstand nun drastischere Maßnahmen.

Widerstand des Betriebsrats gegen Werksschließungen

Trotz der verschärften Sparpläne signalisiert die Arbeitnehmervertretung deutlichen Widerstand gegen radikale Einschnitte bei den Standorten. Betriebsratschefin Daniela Cavallo betonte in einer Mitteilung an die Belegschaft, dass Werksschließungen mit der Arbeitnehmerseite nicht zu machen seien. Sie verwies dabei auf die Ende 2024 getroffene Vereinbarung zwischen der Gewerkschaft und dem Unternehmen. Dieses Paket sieht zwar den Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen in Deutschland zwischen 2025 und 2030 vor, schließt jedoch betriebsbedingte Kündigungen und die Aufgabe kompletter Standorte explizit aus. Cavallo räumte zwar die schwierige Lage des Konzerns ein, beharrt jedoch auf einer sozialverträglichen Gestaltung der notwendigen Transformation.

Liquiditätssicherung und Ausblick auf die Bilanz

Finanzchef Arno Antlitz steht unter dem Druck internationaler Ratingagenturen. Kurz vor Weihnachten senkte S&P den Ausblick für Volkswagen auf „negativ“, da das Risiko besteht, dass der Autobauer wichtige Finanzkennzahlen verfehlen könnte. Um die Liquidität kurzfristig zu stärken, wurden kürzlich sechs Milliarden Euro an liquiden Mitteln generiert, unter anderem durch den Verkauf von Forderungen. Diese Summe sorgte zuletzt für Diskussionen mit dem Betriebsrat, der eine Aufklärung über die Verwendung der Mittel forderte, um sicherzustellen, dass diese nicht ausschließlich in Boni oder Dividenden fließen.

Eckpunkte des SparprogrammsDetails und Zielgrößen
Kostensenkungsziel20 % konzernweit bis Ende 2028
Finanzielles Volumenca. 60 Milliarden Euro
Stellenabbau (DE)35.000 Stellen (bis 2030 vereinbart)
Renditeziel Kernmarke6,5 % operative Umsatzrendite bis 2029
Wichtige TermineBilanzvorlage 2025 am 10. März

Weitere Details zur Umsetzung des verschärften Sparkurses und zum aktuellen Stand der Effizienzbemühungen wird Oliver Blume voraussichtlich am 10. März im Rahmen der Vorlage der Jahresbilanz 2025 bekannt geben. Während die Kernmarke VW bereits ein separates Programm zur Ergebnisverbesserung um elf Milliarden Euro bis 2026 verfolgt, zeigt die Verschiebung des Zieldatums auf 2029, wie komplex sich die Sanierung des traditionsreichen Autobauers gestaltet. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Vorstand trotz des Widerstands der Belegschaft an den Diskussionen über Werksaufgaben festhalten wird.

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