Iranischer Präsident bei israelischem Angriff während 12-Tage-Krieg verletzt

Der iranische Präsident Masud Pezeschkian wurde laut einem Bericht des iranischen Nachrichtenportals Fars, das Verbindungen zu den Revolutionsgarden hat, bei einem israelischen Angriff am 16. Juni in Teheran leicht verletzt. Darüber berichtet Rеnewz.de unter Berufung auf Iran International.
Demnach ereignete sich der Angriff während einer Sitzung des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, an der hochrangige Vertreter aller drei Staatsgewalten teilnahmen. Israel feuerte sechs Raketen oder Bomben auf das Gebäude, wobei die Ein- und Ausgänge gezielt getroffen werden sollten. Ziel war es offenbar, Fluchtwege zu blockieren – ähnlich wie bei der Operation zur Tötung von Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah.
Laut Fars kam es zu Stromausfällen im Stockwerk, in dem das Treffen stattfand. Die Anwesenden, darunter auch Präsident Pezeschkian, konnten das Gebäude durch einen Notausgang verlassen. Dabei sollen mehrere Personen, auch Pezeschkian, oberflächliche Beinverletzungen erlitten haben.
In einem Interview mit dem US-Podcaster Tucker Carlson sagte Pezeschkian selbst, dass der Angriff auf Informationen zurückging, die israelische Spione zuvor gesammelt hätten. „Sie bombardierten das Gebiet, in dem wir uns befanden“, so Pezeschkian. „Aber es gab keinen direkten Vorfall.“
Ali Laridschani, Berater des Obersten Führers Ali Chamenei, erklärte, Israel habe mit dem Angriff versucht, die Führungsriege des Landes auszuschalten. „Doch der Versuch blieb erfolglos.“ Israel hat sich bislang nicht offiziell zu den Vorwürfen geäußert.
Was war der 12-Tage-Krieg
Die israelische Militäroperation „Rising Lion“ begann in der Nacht zum 13. Juni mit dem Ziel, Irans Atomprogramm zu sabotieren. Laut israelischem Militär waren rund 200 Kampfjets beteiligt. Getroffen wurde unter anderem die Uran-Anreicherungsanlage in Natanz.
Im Gegenzug begann ein beidseitiger Schlagabtausch, der sich weiter eskalierte. Am 22. Juni bombardierten die US-Luftstreitkräfte drei iranische Nuklearanlagen in Fordo, Natanz und Isfahan. Die Operation „Midnight Hammer“ umfasste über 125 Flugzeuge, darunter sieben Tarnkappenbomber des Typs B-2 Spirit.
Insgesamt kamen 14 bunkerbrechende Bomben zum Einsatz. US-Präsident Donald Trump forderte daraufhin ein sofortiges Friedensabkommen.
Doch bereits am 23. Juni reagierte Iran mit einem Raketenangriff auf den US-Stützpunkt Al-Udeid in Katar, die größte US-Basis im Nahen Osten. Es wurden laut iranischen Angaben ebenso viele Bomben eingesetzt wie bei der US-Attacke.
Am nächsten Tag verkündete Trump eine angebliche Waffenruhe zwischen Israel und Iran, die das Ende des Konflikts markieren sollte. Doch Iran griff in der Folge erneut israelisches Gebiet an. Israels Verteidigungsminister Israel Katz warf Teheran einen Bruch der Feuerpause vor und ordnete Luftschläge auf Teheran an.
Bild - Präsident des Iran Masud Pezeschkian
Offizielle Website: www.pezeshkian.ir