Warnstreiks im öffentlichen Dienst 2026: Millionen Beschäftigte fordern Gehalt, erste Kompromisse

In zahlreichen Städten Deutschlands haben am Mittwoch, den 10. Februar 2026, erneut großflächige Warnstreiks im öffentlichen Dienst der Länder stattgefunden. In Düsseldorf versammelten sich rund 16.000 Beschäftigte vor dem Landtag, darunter Mitarbeiter von Schulen, Unikliniken, Polizei, Behörden, Justiz und Landesverwaltung. In Hamburg demonstrierten etwa 4.500 Landesbeschäftigte, in Hannover rund 1.700 Personen. Betroffen waren unter anderem Universitäten, Kitas, Landesämter sowie Straßenbauverwaltungen, was zeitweise zu Sperrungen von Tunneln und Brücken führte. Hintergrund ist die dritte Runde der Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern, bei der Forderungen nach sieben Prozent mehr Gehalt, zusätzlichen freien Tagen und erhöhten Ausbildungsvergütungen diskutiert werden. Die Arbeitgeber schlagen eine moderate Erhöhung in drei Schritten vor. Protokolliert wurden bereits erste Signale für mögliche Kompromisse. Dies berichtet die Renewz.de unter Berufung auf TdL.
Übersicht der Warnstreiks im öffentlichen Dienst
Vor der dritten Verhandlungsrunde beteiligten sich Landesbeschäftigte in zahlreichen Städten an Arbeitsniederlegungen. Die größten Kundgebungen fanden in Düsseldorf (16.000 Teilnehmer) und Hamburg (4.500 Teilnehmer) statt. Weitere Städte mit Streikaktionen waren Hannover (1.700), Bremen, Kiel, Leipzig, Jena, Magdeburg, München, Erlangen, Karlsruhe, Heidelberg und Saarbrücken. Die Streiks betrafen insbesondere folgende Einrichtungen:
| Stadt | Betroffene Einrichtungen | Teilnehmerzahl |
|---|---|---|
| Düsseldorf | Schulen, Unikliniken, Polizei, Behörden | 16.000 |
| Hamburg | Meldeämter, Schulen, Hochschulen, Feuerwehr | 4.500 |
| Hannover | Landesverwaltung, Schulen, Behörden | 1.700 |
| Weitere Städte | Universitäten, Kitas, Landesämter | 500–1.500 je |
Die Warnstreiks führten zu temporären Einschränkungen im öffentlichen Verkehr und der Verwaltung, insbesondere durch Schließungen von Behörden und Bauarbeiten an Landesstraßen.
Forderungen der Gewerkschaften
Die Gewerkschaften fordern:
- Gehaltserhöhung: 7 % mehr pro Monat, mindestens 300 Euro für Tarifbeschäftigte.
- Auszubildende, Studenten, Praktikanten: 200 Euro mehr pro Monat.
- Zusätzlicher freier Tag für Mitglieder.
- Vertragslaufzeit: 12 Monate.
Frank Werneke, Vorsitzender von ver.di, kritisierte das bisherige Angebot der Arbeitgeber: „Das lassen wir uns nicht bieten. So geht das nicht.“ Volker Geyer vom dbb-Beamtenbund bezeichnete die Vorschläge der Arbeitgeber als „Zahlenspielchen“, insbesondere die Ablehnung des Mindestbetrags.

Position der Arbeitgeber
Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) plant eine moderate Gehaltssteigerung leicht über der Inflationserwartung in drei Schritten für die Haushaltsjahre 2026, 2027 und 2028. Die vorgeschlagene Laufzeit beträgt 29 Monate. Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) betonte: „Das können und werden wir weiter konkretisieren. Es gilt, die finanziellen Realitäten anzuerkennen.“ Die Arbeitgeber streben konstruktive Gespräche an, bisher wurden jedoch keine verbindlichen Angebote vorgelegt.
Mechanismus der Tarifrunde
Die dritte Runde der Verhandlungen findet am 10. Februar 2026 in Potsdam statt und betrifft alle Bundesländer außer Hessen. Die TdL agiert als Verhandlungspartner der Arbeitgeber. Die Entscheidungen betreffen über 1,5 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder.
Praktische Hinweise für Beschäftigte:
- Über die Gewerkschaften die Teilnahme an Streiks anmelden.
- Dienstpläne beachten und Ausfälle rechtzeitig melden.
- Informationen zu Streikaktionen auf offiziellen Gewerkschaftsseiten abrufen: ver.di.de, dbb.de.
- Bei Fragen zu Arbeitsrecht und Ansprüchen: Personalabteilung oder Betriebsrat kontaktieren.
Regionale Unterschiede
Die Auswirkungen der Streiks variieren zwischen den Bundesländern:
| Bundesland | Einrichtungen betroffen | Besonderheiten |
|---|---|---|
| NRW | Landtage, Behörden, Straßenbau | Tunnel und Brücken gesperrt |
| Niedersachsen | Landesämter, Schulen | Streikzeiten teils halbtags |
| Bayern | Hochschulen, Feuerwehr | Verzögerungen bei Bauprojekten |
| Sachsen-Anhalt | Universitäten, Kitas | Arbeitsausfälle in Verwaltung |
| Hamburg | Meldeämter, Feuerwehr, Schulen | Demonstrationen zentral |
Finanzielle Auswirkungen
Die Gehaltsforderungen der Gewerkschaften könnten Mehrkosten von über 5 Milliarden Euro pro Jahr für die Länder verursachen. Die Arbeitgeber argumentieren, dass schrittweise Anpassungen über 29 Monate eine nachhaltige Finanzierung sichern. Die konkrete Umsetzung hängt von den Verhandlungen im Februar 2026 ab.
Erste Signale für Kompromisse
Trotz harter Positionen gibt es erste Ansätze für einen Kompromiss:
- Vorschläge für eine gestaffelte Erhöhung in drei Schritten.
- Diskussion über einen zusätzlichen freien Tag.
- Prüfung der Mindestbeträge und Ausbildungszulagen.
Diese Signale könnten eine Einigung in der laufenden Tarifrunde begünstigen, wenn beide Seiten weitere konstruktive Schritte unternehmen.
Die aktuellen Warnstreiks führen zu Einschränkungen im Alltag: geschlossene Behörden, verzögerte Dienstleistungen in Schulen und Universitäten, sowie Einschränkungen bei Verkehrsinfrastrukturprojekten. Die Verhandlungen bestimmen nun, ob es zeitnah zu einer Einigung kommt, die langfristig stabile Arbeitsbedingungen und planbare Entgeltsteigerungen für die Beschäftigten sichert.
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