Thailand und Kambodscha einigen sich auf „sofortige und bedingungslose“ Waffenruhe

Die Führer Thailands und Kambodschas haben sich nach jüngsten Gefechten zu Friedensgesprächen getroffen und ein sofortiges Ende der Feindseligkeiten vereinbart. Dies erklärte Malaysias Premierminister Anwar Ibrahim auf einer Pressekonferenz, bei der er die beiden Politiker empfing, wie Renewz.de unter Berufung auf die BBC berichtet.
Premierminister Hun Manet (Kambodscha) und der amtierende Premierminister von Thailand, Phumtham Wechayachai, erklärten ihre Bereitschaft zu einem „unverzüglichen Waffenstillstand“. Das Abkommen tritt um Mitternacht Ortszeit in Kraft (20:00 Uhr Kiewer Zeit).
„Dies ist ein lebenswichtiger erster Schritt zur Deeskalation und zur Wiederherstellung von Frieden und Sicherheit“, sagte Ibrahim.
Hun Manet nannte das Treffen eine „sehr gute Zusammenkunft“ und bedankte sich bei Malaysia, den USA (Donald Trump) und China für ihre Vermittlung. Auch Wechayachai betonte, dass die Vereinbarung mit „guten Absichten“ getroffen wurde.
Bereits am Morgen des 29. Juli sollen sich Militärkommandanten beider Seiten informell treffen. Für Anfang August ist ein Treffen der Verteidigungsattachés unter der Leitung der ASEAN, derzeit unter malaysischer Präsidentschaft, geplant.
Am Ende der Pressekonferenz gaben sich die drei Staatsführer vor laufenden Kameras die Hand.
Hintergrund des Konflikts zwischen Thailand und Kambodscha
Thailand und Kambodscha blicken auf eine jahrhundertelange Grenzkonfliktgeschichte zurück. 2008 eskalierte die Lage, als Kambodscha versuchte, einen umstrittenen Tempel aus dem 11. Jahrhundert als UNESCO-Weltkulturerbe anzumelden. Thailand protestierte scharf.
In den folgenden Jahren kam es zu sporadischen Gefechten, bei denen Soldaten und Zivilisten auf beiden Seiten ums Leben kamen. Die jüngste Eskalation begann im Mai, als ein kambodschanischer Soldat beim Zusammenstoß im „Smaragd-Dreieck“ starb – einer umstrittenen Grenzregion zwischen Thailand, Kambodscha und Laos.
Die Lage verschärfte sich weiter, nachdem ein thailändischer Soldat durch eine Landmine schwer verletzt wurde. Am 23. Juli kündigte Thailand daraufhin die Schließung der Grenzübergänge in den Nordostprovinzen an, rief seinen Botschafter zurück und wies einen kambodschanischen Diplomaten aus.
Am Folgetag machten sich beide Länder gegenseitig für den Ausbruch der Kämpfe verantwortlich. Ein thailändischer F-16-Kampfjet griff ein militärisches Ziel in Kambodscha an – ein Angriff, den beide Seiten bestätigten.
Am dritten Tag der Auseinandersetzungen wurden laut Guardian mindestens 35 Tote gemeldet. Über 270.000 Menschen mussten ihre Heimat verlassen.
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Foto von Х / Samdech Thipadei HUN MANET