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Wie wird Ramadan 2026 in Deutschland gefeiert und welche Bedeutung hat der Fastenmonat für Muslime

Wie wird Ramadan 2026 in Deutschland gefeiert und welche Bedeutung hat der Fastenmonat für Muslime

Februar 14, 2026
James Whitmore
Ramadan 2026 in Deutschland: Alles über Traditionen, Iftar-Events, öffentliche Beleuchtung und Tipps zum Essen. Erfahren Sie, was Sie probieren sollten

Der Fastenmonat Ramadan beginnt im Jahr 2026 am Abend des 17. Februar und erstreckt sich bis zum Sonnenuntergang am 19. März. In Deutschland bereiten sich rund 5,5 Millionen Muslime auf diesen Zeitraum vor, der durch den täglichen Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit von der Morgendämmerung bis zum Abend geprägt ist. Da der Ramadan 2026 in die Winterzeit fällt, dauern die Fastentage in Städten wie Berlin oder Köln etwa 12 bis 13 Stunden. Die lokalen Behörden in Metropolen wie Frankfurt am Main und Köln haben bereits Genehmigungen für öffentliche Ramadan-Illuminationen in den Innenstädten erteilt, während der Einzelhandel mit einem Umsatzplus bei Halal-Produkten und Datteln rechnet. Diese religiöse Praxis führt zu Anpassungen in Unternehmen, Schulen und im öffentlichen Raum, um die freie Religionsausübung mit dem gesellschaftlichen Alltag zu harmonisieren. Dies berichtet die Renewz.de.

Traditionen und ritueller Ablauf des Fastentages

Der Ramadan folgt einer festen täglichen Struktur, die den Rhythmus von Millionen Menschen in Deutschland für 30 Tage verändert. Der Fokus liegt auf der spirituellen Einkehr und dem Gemeinschaftsgefühl.

Suhur: Das Frühstück vor der Dämmerung

Bevor die Morgendämmerung einsetzt (ca. 05:00 bis 05:30 Uhr je nach Region), nehmen Fastende das "Suhur" ein. In deutschen Haushalten besteht diese Mahlzeit oft aus energiereichen Lebensmitteln wie Haferflocken, Eiern, Joghurt und viel Wasser, um den Körper auf den Tag vorzubereiten. In Berlin-Neukölln oder Köln-Ehrenfeld öffnen viele Bäckereien bereits in den frühen Morgenstunden, um frisches Fladenbrot für diese Mahlzeit anzubieten.

Iftar: Das abendliche Fastenbrechen

Der wichtigste soziale Moment ist das "Iftar" bei Sonnenuntergang (im Februar 2026 gegen 17:30 Uhr, im März gegen 18:20 Uhr). Traditionell wird das Fasten mit einer ungeraden Zahl an Datteln und einem Schluck Wasser gebrochen, genau wie es der Prophet Mohammed getan haben soll. Danach folgt oft eine Suppe (z.B. die türkische Linsensuppe "Mercimek Çorbası" oder die marokkanische "Harira").

Öffentliche Iftars und Orte des Austauschs

In Deutschland hat sich in den letzten Jahren eine Kultur des öffentlichen Fastenbrechens etabliert, die im Jahr 2026 weiter expandiert. Diese Veranstaltungen sind oft für Menschen aller Glaubensrichtungen offen.

Street-Iftar und Moschee-Besuche

In Städten wie Frankfurt am Main (Bereich Zeil/Fressgass) und Köln (Venloer Straße) organisieren Gemeinden öffentliche Tafeln. Diese "Street-Iftars" bieten die Gelegenheit, traditionelle Speisen zu probieren und mit der muslimischen Gemeinschaft ins Gespräch zu kommen.

  • Zentralmoschee Köln: Die DITIB-Zentralmoschee bietet fast täglich Iftar-Essen für Hunderte von Menschen an. Ein Besuch der Architektur während der abendlichen Beleuchtung gilt als Highlight.
  • Berlin-Neukölln: Die Sonnenallee verwandelt sich abends in eine pulsierende Meile, in der Restaurants spezielle Ramadan-Menüs anbieten.

Kulinarische Empfehlungen: Was man probieren sollte

Während des Ramadan gibt es in Deutschland spezifische Backwaren, die den Rest des Jahres selten zu finden sind:

  • Ramazan Pidesi: Ein spezielles, rundes Fladenbrot mit Sesam und Schwarzkümmel, das in fast jeder türkischen Bäckerei frisch vor dem Iftar verkauft wird.
  • Güllaç: Eine milchige Süßspeise aus Reisstärkeblättern, Rosenwasser und Granatapfelkernen – der Klassiker unter den Ramadan-Desserts.

Ramadan-Beleuchtung und kulturelle Sichtbarkeit

Ein Novum für das Jahr 2026 ist die Ausweitung der festlichen Beleuchtung in deutschen Städten. Nach dem Vorbild von London wurde in Frankfurt die erste offizielle Ramadan-Beleuchtung Deutschlands etabliert.

StadtOrt der BeleuchtungBesonderheit
Frankfurt a.M.Große Bockenheimer Straße"Ramadan Mubarak"-Schriftzüge und Halbmond-Sterne.
KölnVenloer Straße / EhrenfeldPrivate und geschäftliche Initiativen zur Dekoration der Einkaufsstraße.
DuisburgMarxloh (Weseler Straße)Festliche Schaufenstergestaltung in der "Brautmeile".

Was man besuchen sollte

Für Interessierte lohnt sich ein Besuch der Innenstädte nach Sonnenuntergang. Die Atmosphäre ist festlich, vergleichbar mit der Vorweihnachtszeit. Viele Geschäfte haben länger geöffnet, und die Stimmung ist gelöst und gastfreundlich.

Praktische Tipps für den Alltag und Arbeitgeber

Um das Miteinander während des Ramadan 2026 zu fördern, haben Verbände Leitfäden veröffentlicht.

Knigge für Nicht-Muslime

  • Einladungen: Wenn Sie zu einem Iftar eingeladen werden, nehmen Sie die Einladung gerne an. Es ist eine Ehre und ein Zeichen der Gastfreundschaft. Bringen Sie als Gast gerne Süßigkeiten (z.B. Baklava) oder Datteln mit.
  • Respekt: Man muss nicht vor Fastenden verstecken, dass man isst. Ein respektvoller Umgang bedeutet jedoch, keine großen Team-Mittagessen genau auf den Nachmittag zu legen, wenn die Konzentration der Fastenden nachlassen könnte.
  • Grüße: "Ramadan Mubarak" (Gesegneter Ramadan) ist die korrekte Grußformel.

Checkliste für Arbeitnehmer und Schulen (Februar/März 2026)

  • Arbeitszeiten: Prüfen Sie, ob Gleitzeit genutzt werden kann, um früher zu beginnen und früher aufzuhören.
  • Gebetspausen: Kurze Rückzugsmöglichkeiten für die täglichen Gebete einplanen.
  • Prüfungen: In Schulen sollte darauf geachtet werden, dass Klausuren nach Möglichkeit auf den Vormittag gelegt werden.
  • Urlaubsplanung: Das Fest zum Abschluss (20. März 2026) ist ein wichtiger Feiertag; Anträge sollten frühzeitig gestellt werden.

Das Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr)

Vom 20. bis 22. März 2026 endet der Ramadan mit dem "Eid al-Fitr", im Volksmund oft "Zuckerfest" genannt. Es ist eine Zeit der Freude, in der Kinder Geschenke erhalten und Familien zusammenkommen. In Deutschland führt dies oft zu vollen Innenstädten und gut besuchten Parks, wenn das Wetter es zulässt.

Besonders sehenswert sind die großen Festgebete am Morgen des 20. März, die oft in Sporthallen oder auf großen Plätzen stattfinden, da die Moscheen die Menge der Gläubigen kaum fassen können. Für Besucher ist dies ein beeindruckendes Zeichen der religiösen Vielfalt in Deutschland.

Der Ramadan 2026 in Deutschland zeigt eine Gesellschaft im Wandel, in der religiöse Traditionen zunehmend Raum im öffentlichen Bewusstsein finden. Die Kombination aus privater Askese und öffentlicher Festkultur prägt das Stadtbild im Februar und März. Für die Menschen im Land bedeutet dies eine Gelegenheit, über den Tellerrand zu blicken und die Vielfalt der gelebten Religionen als integralen Bestandteil des deutschen Alltags wahrzunehmen.

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