(BTC)
(ETH)
(LTC)
RENEWZ.de
Finde, was zählt. Immer informiert
Warum Nigeria den Notstand ausruft und warum Entführungen von Kindern eskalieren

Warum Nigeria den Notstand ausruft und warum Entführungen von Kindern eskalieren

November 27, 2025
Monika Schmidt
In Nigeria wächst die Zahl der Massenentführungen von Schülern und Christen dramatisch. Präsident Bola Tinubu verhängt den Sicherheitsnotstand, entsendet Spezialkräfte und fordert die Abgabe illegaler Waffen.

Nigeria sieht sich einer dramatischen Verschärfung der Sicherheitslage gegenüber: Nach einer Serie von Massenentführungen von Schulkindern und christlichen Gläubigen hat Präsident Bola Tinubu den nationalen Sicherheitsnotstand ausgerufen und zahlreiche Schulen vorübergehend schließen lassen. Darüber berichtet Renewz unter Bezug auf Bloomberg.

Tinubu erklärte, die Sicherheitsbehörden hätten die Erlaubnis erhalten, mehrere Tausend zusätzliche Kräfte einzustellen, um die militärische Präsenz in den betroffenen Regionen zu verstärken. Wandernden Viehhirten wurde die sofortige Abgabe illegaler Waffen befohlen. Gleichzeitig ordnete der Präsident die Verlegung weiterer Spezialeinheiten an, die „Terroristen und Banditen aus den Waldgebieten vertreiben“ sollen. „Die Agenten des Bösen werden keinen Ort mehr finden, um sich zu verstecken“, sagte Tinubu.

In den vergangenen zwei Wochen wurden landesweit fast 400 Menschen entführt, darunter zahlreiche Schüler an Grund- und Sekundarschulen. Diese Angriffe führten dazu, dass Tinubu seine Teilnahme am G-20-Gipfel in Südafrika und an einem Treffen der Afrikanischen Union in Angola absagte. Während ein Teil der Geiseln freikam, werden nach einem Überfall auf eine katholische Schule am 22. November weiterhin mehr als 250 Schüler und Lehrkräfte festgehalten.

Parallel dazu wächst der innen- und außenpolitische Druck. Sowohl nigerianische Bürger als auch US-Präsident Donald Trump äußerten massive Kritik an Tinubus Sicherheitsstrategie. Trump warf der Regierung vor, Christen nicht ausreichend zu schützen, und sprach von gezielten Angriffen auf Gläubige. Tinubu wies die Vorwürfe zurück und forderte Viehhalterverbände erneut auf, ihre Herden nicht mehr offen weiden zu lassen und illegale Waffen abzugeben. Zur Entschärfung der Konflikte habe die Regierung ein eigenes Ministerium für Viehwirtschaft geschaffen.

Um regionale Sicherheitsstrukturen zu stärken, rief der Präsident das nationale Parlament dazu auf, Gesetzesänderungen zu prüfen, die es den Bundesstaaten ermöglichen würden, eigene lokale Polizeieinheiten aufzubauen. Die zentralisierte Polizeistruktur wird seit Jahren kritisiert, da sie weder organisierte Kriminalität noch dschihadistische Gruppen ausreichend eindämmen könne.

Hinzu kommt der internationale Druck: Anfang November drohte Trump wegen angeblicher Christenverfolgung mit einem möglichen US-Militäreinsatz. Nigeria wies dies entschieden zurück. Präsidentschaftssprecher Daniel Bwala sagte, Trumps Aussagen beruhten auf „falschen Behauptungen“ und wirkten wie ein Versuch politischer Einflussnahme.

Nach Angaben des Europäischen Parlaments gehört Nigeria weiterhin zu den gefährlichsten Regionen weltweit für Christen. Zwischen 2019 und 2023 wurden fast 17.000 Gläubige bei gezielten Angriffen getötet; allein in den ersten sieben Monaten 2025 starben mehr als 7.000 Menschen.

Welche Warnungen und Trends zeigt The Economist -Cover 2026 – und was folgt daraus für die Weltordnung

crossmenu