(BTC)
(ETH)
(LTC)
RENEWZ.de
Finde, was zählt. Immer informiert
Taylor Sheridans Landman: Sind 9,2 Mio. „Streaming Views“ wirklich ein Erfolg

Taylor Sheridans Landman: Sind 9,2 Mio. „Streaming Views“ wirklich ein Erfolg

November 24, 2025
James Whitmore
Landman Staffel 2 feiert 9,2 Mio. Views auf Paramount+. Die Zahl ist durch neue Messmethoden (Views statt Haushalte) irreführend und schwer vergleichbar.

Die Premiere der zweiten Staffel der von Taylor Sheridan koproduzierten Serie Landman feierte einen angeblich triumphalen Start, doch die vom Streaming-Anbieter Paramount+ veröffentlichten Zuschauerzahlen werfen mehr Fragen auf, als sie beantworten. Paramount Global meldete stolze 9,2 Millionen sogenannte „Streaming Views“ für die ersten beiden Tage der Staffel-2-Premiere, ein Wert, der laut Unternehmensangaben einen Anstieg des Publikums um 262% gegenüber der ersten Staffel darstellt und Landman zur meistgesehenen Premiere einer Originalserie auf Paramount+ machen soll. Der Haken: Paramount hat die Methode zur Messung des Publikumserfolgs zwischen Staffel 1 und Staffel 2 grundlegend geändert und nutzt nun eine Kennzahl, die stark an die Metriken von Netflix angelehnt ist. Diese neue Messweise, definiert als gesehene Minuten geteilt durch die Laufzeit, macht einen direkten und transparenten Vergleich mit den früher veröffentlichten Daten nahezu unmöglich.Wie die Redaktion Renewz.de berichtet.

Die Metrik-Verschiebung: Warum 9,2 Millionen „Streaming Views“ irreführend sind

Die von Paramount+ für die Premiere von Landman Staffel 2 bekannt gegebenen 9,2 Millionen „Streaming Views“ wirken auf den ersten Blick beeindruckend, doch eine genaue Analyse der Berechnungsmethode zeigt die Komplexität und Intransparenz der modernen Streaming-Messung. Im Gegensatz zu den traditionellen linearen TV-Quoten, die auf demografisch gewichteten Haushalten basieren, definiert Paramount „Streaming Views“ als die Gesamtzahl der gesehenen Minuten geteilt durch die gesamte Laufzeit des Premiere-Episodes. Diese Metrik, die erstmals von Netflix populär gemacht und auch von Disney übernommen wurde, soll angeblich genauer erfassen, wie viele Menschen eine Sendung gesehen haben.

Der tiefere Grund für die Umstellung von Paramount+ liegt in der fehlenden Vergleichbarkeit:

  • Staffel 1-Metrik: Für die erste Staffel von Landman wurden 5,2 Millionen Zuschauer am ersten Tag gemeldet, basierend auf einer Kombination aus internen Daten und VideoAmp-Metriken, einschließlich der gleichzeitigen Ausstrahlung im linearen Paramount Network.
  • Staffel 2-Exklusivität: Da Staffel 2 exklusiv über Paramount+ gestreamt wird und die lineare Ausstrahlung wegfiel, musste eine rein interne, globale Metrik herangezogen werden.
  • Veraltete Metrik: Früher verwendete Paramount die Kennzahl "Active Sub Households" (aktive Abonnentenhaushalte), welche Co-Viewing nicht erfasste.
  • Neue „Views“-Metrik: Die neuen „Views“ sollen Co-Viewing besser abbilden, führen aber zu einer potenziellen Inflation der Zahlen, da angenommen wird, dass jeder Nutzer die gesamte Laufzeit der Episode konsumiert, was in der Realität unwahrscheinlich ist.

Das Dilemma wird besonders deutlich, wenn man die internen Paramount+-Zahlen den externen Daten von Messfirmen gegenüberstellt. Beispielsweise meldete Samba TV, dass die Premiere von Landman Staffel 2 am ersten Tag nur 1,7 Millionen US-Haushalte gesehen haben – ein Rückgang von 39% gegenüber den 2,7 Millionen US-Haushalten, die die Staffel-1-Premiere laut Samba TV sahen. Die große Diskrepanz zwischen internen globalen „Views“ (9,2 Mio.) und externen US-Haushalten (1,7 Mio.) zeigt, wie sehr sich die Interpretation des Erfolgs verschieben lässt.

Landman: Das Erfolgsgeheimnis von Taylor Sheridan und die Besetzung

Ungeachtet der Messprobleme ist der anhaltende Erfolg der Serie Landman eng mit dem Namen ihres Koproduzenten Taylor Sheridan verbunden, dessen Markenzeichen das dramatische Erzählen in amerikanischen Grenzregionen ist. Sheridan hat sich mit Hits wie Yellowstone und 1883 zu einem der wichtigsten Schöpfer von Inhalten für Paramount+ entwickelt, wobei seine Serien eine treue und große Zuschauerschaft anziehen. Landman basiert auf dem gleichnamigen Podcast von Christian Wallace und fokussiert sich auf die rücksichtslose Welt der Ölindustrie in West Texas.

Die zentrale Besetzung der Serie, die zu ihrem hohen Produktionswert beiträgt, umfasst:

  • Billy Bob Thornton als Tommy Norris, dessen moralische Grenzen in Staffel 2 auf die Probe gestellt werden.
  • Demi Moore als Cami Miller, eine Schlüsselfigur in den Machtkämpfen um das texanische Öl.
  • Andy Garcia und Sam Elliott in weiteren zentralen Rollen.

Die zweite Staffel setzt die Geschichte fort, in der das Steigen des Öls aus dem Boden auch die Geheimnisse der Protagonisten an die Oberfläche bringt. Die Handlung konzentriert sich auf den brutalen Überlebenskampf in West Texas, in dem Tommy Norris (Thornton) zunehmendem Druck von M-Tex Oil und Cami Miller (Moore) ausgesetzt ist. Dieser intensive, charaktergetriebene Ansatz ist typisch für Taylor Sheridan und erklärt die generelle Beliebtheit seiner Serien auf der Streaming-Plattform. Die Serie Landman ist ein wichtiger Pfeiler im Portfolio von Paramount+ und soll die Abonnentenzahlen weltweit erhöhen.

Industriestandard und Transparenz: Die Messkrise im Streaming

Die Entscheidung von Paramount Global, für die Premiere von Landman Staffel 2 die Metrik der „Views“ zu verwenden, ist symptomatisch für eine tiefgreifende Krise der Transparenz in der gesamten Streaming-Branche. Seit Netflix im Jahr 2023 seine Messmethoden änderte, ist der Trend bei den großen Anbietern, Kennzahlen zu verwenden, die intern erhoben werden und die Zahlen oft zugunsten des Marketings interpretieren.

Die Argumentation und die Probleme der „Views“-Metrik:

  • Ziel: Die Metrik soll die Anzahl der gesehenen Köpfe (Co-Viewing) genauer abbilden, indem die Gesamtnutzung gegen die Laufzeit der Episode ins Verhältnis gesetzt wird.
  • Hauptproblem: Die Annahme, dass eine „View“ bedeutet, dass der Nutzer die gesamte Episode einmal gesehen hat, ist fehlerhaft. In der Realität können Nutzer nur einen Teil sehen oder denselben Inhalt mehrmals ansehen, was die Zahl der tatsächlichen, einmaligen Zuschauer verfälscht.

Die fehlende Standardisierung der Zuschauerzahlen erschwert es Investoren, Werbetreibenden und der Öffentlichkeit, den wahren Erfolg von Serien wie Landman objektiv zu beurteilen. Der Umstieg auf die „Views“ ist somit zwar eine Anpassung an den neuen Industriestandard, aber auch ein Schritt weg von der externen Überprüfbarkeit (wie durch VideoAmp oder Nielsen). Die Diskrepanz zu den Daten von Drittanbietern, wie dem von Samba TV gemeldeten 39% Rückgang der US-Haushalte, unterstreicht die Notwendigkeit einer unabhängigen und einheitlichen Messmethode im Streaming-Sektor.

Die Landman Staffel 2 Premiere ist somit ein Lehrstück dafür, wie Streaming-Dienste ihre Erfolge kommunizieren und welche kritische Distanz bei der Interpretation interner Zahlen nötig ist. Der Erfolg der Serie ist unbestritten, aber die genaue Größenordnung bleibt aufgrund der Metrik-Verschiebung verschleiert.

Bleiben Sie informiert! Lesen Sie auch: Warum ist die Ritter Sport Packung so groß? Die Hersteller-Rechtfertigung

crossmenu