Der Kreml reagiert auf Trumps Kürzung der 50-Tage-Frist

Der Kreml hat auf die jüngste Erklärung von US-Präsident Donald Trump reagiert, in der dieser die ursprünglich gesetzte 50-Tage-Frist für Verhandlungen mit Russland zur Beendigung des Krieges in der Ukraine deutlich verkürzt hat. Moskau nimmt die Aussagen „zur Kenntnis“, zeigt aber keine Bereitschaft zur Kursänderung.
Darüber berichtet Renewz.de unter Berufung auf Aussagen von Kremlsprecher Dmitri Peskow, die in russischen Staatsmedien veröffentlicht wurden.
Trump setzt neue Deadline: 9. August als letztes Fenster
Am 28. Juli kündigte Präsident Trump an, dass das von ihm gesetzte diplomatische Ultimatum gegenüber Moskau deutlich verkürzt werde. Statt wie bisher 50 Tage, nannte er nun das Datum 9. August 2025 als letztes Zeitfenster für eine Gesprächsaufnahme durch den Kreml. Sollte es bis dahin keine diplomatische Bewegung geben, droht Washington mit wirtschaftlichen Maßnahmen.
Trump äußerte sich enttäuscht über die anhaltende Gesprächsverweigerung seitens Russland. In seinem Statement warf er Moskau „Desinteresse an jeglicher Lösung“ vor. Als direkte Konsequenz kündigte er an, im Fall weiterer Untätigkeit ab dem 2. September 100 % Zölle auf russische Importe einzuführen.
Peskow: Keine Änderung des russischen Kurses
Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, erklärte, Russland habe die Äußerungen Trumps „zur Kenntnis genommen“, sehe jedoch keinen Grund, den eingeschlagenen Weg zu verlassen. Die sogenannte „spezielle Militäroperation“ in der Ukraine werde fortgesetzt, hieß es.
Gleichzeitig erklärte Peskow, Russland sei weiterhin dem „Friedensprozess verpflichtet“, allerdings nur im Rahmen der eigenen strategischen Interessen. Wörtlich sagte er:
„Wir halten an der Verpflichtung zur friedlichen Lösung des Konflikts rund um die Ukraine fest – stets unter Berücksichtigung unserer nationalen Interessen.“
Ein diplomatisches Entgegenkommen ließ sich aus den Aussagen nicht erkennen.
US-Drohung mit Zöllen trifft Ölhandel
Laut Trump werden bei Nichteinhaltung der neuen Frist ab Anfang September pauschale Zölle in Höhe von 100 Prozent auf russische Waren eingeführt. Diese Maßnahme könnte erhebliche Folgen für den russischen Außenhandel haben – insbesondere im Energiebereich.
Wie Reuters berichtete, würde der Export russischen Erdöls nach China, Indien und in die Türkei durch solche Zölle massiv beeinträchtigt. Diese Länder gehören aktuell zu den wichtigsten Abnehmern russischer Energieprodukte, seitdem EU-Staaten weitgehend auf russisches Öl verzichten.
Kein Interesse an direktem Treffen
Ein persönliches Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin scheint derzeit nicht geplant. Der Kreml habe – so russische Medien – keine Initiative ergriffen, ein solches Treffen anzubahnen, auch nicht im Rahmen multilateraler Foren. Die US-Seite betont, dass die Gesprächsbereitschaft nach wie vor besteht – jedoch nur unter der Voraussetzung eines klaren Signals aus Moskau vor dem 9. August.
Der diplomatische Zeitrahmen zwischen Washington und Moskau wird enger. Während Trump auf maximale ökonomische Hebel setzt, verfolgt der Kreml seine bisherige Linie unbeirrt weiter. Die kommenden zehn Tage werden entscheidend dafür sein, ob es zu einem Dialog kommt – oder zu einer neuen Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und Russland.
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