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Textildiscounter Kik zieht Bilanz: Schließungen in Deutschland und Europa gestartet

Textildiscounter Kik zieht Bilanz: Schließungen in Deutschland und Europa gestartet

Februar 14, 2026
James Whitmore
Kik schließt 2026 rund 50 Filialen in Europa und kürzt Öffnungszeiten zur Kostensenkung. Erfahren Sie alles über die Restrukturierung und neue Standortkriterien.

Der europäische Textil- und Non-Food-Discounter Kik durchläuft derzeit eine tiefgreifende Restrukturierungsphase, die erhebliche Auswirkungen auf das bestehende Filialnetz und die betrieblichen Abläufe hat. Nach umfangreichen Analysen zur Wirtschaftlichkeit hat das Unternehmen im ersten Quartal 2026 bereits die Schließung von rund 50 Standorten in ganz Europa vollzogen, wobei etwa die Hälfte dieser Maßnahmen den deutschen Markt betraf. Ziel dieser strategischen Kurskorrektur ist es, leistungsschwache Märkte vom Netz zu nehmen und die operative Effizienz durch gezielte Kostensenkungen zu steigern. Neben der Schließung von Standorten setzt das Unternehmen verstärkt auf die Anpassung der Präsenzzeiten in den verbleibenden Märkten, berichtet die Renewz.de unter Berufung auf chip.

Strategische Filialnetzoptimierung und Marktanpassungen

Obwohl Kik im selben Zeitraum neun neue Standorte eröffnet hat, verdeutlicht die Bilanz des ersten Quartals den hohen Transformationsdruck innerhalb der Branche. Mit einem Netzwerk von fast 4.300 Filialen in Europa bleibt Kik zwar ein Schwergewicht im Discounter-Segment, doch die interne Überprüfung der Rentabilität ist noch nicht abgeschlossen. Laut Brancheninsidern stehen europaweit etwa 400 weitere Filialen unter Beobachtung, da sie als "notleidend" eingestuft werden; 170 dieser Standorte befinden sich allein in Deutschland. Während das Unternehmen diese spezifischen Zahlen offiziell nicht bestätigt, räumte die Geschäftsführung ein, dass die Planungen bezüglich der weiteren Ausgestaltung des Standortportfolios ein kontinuierlicher Prozess seien.

Anpassung der Öffnungszeiten zur Kostensenkung

Ein zentrales Instrument der aktuellen Restrukturierung ist die Flexibilisierung der Öffnungszeiten. Durch verkürzte Präsenzzeiten in ausgewählten Märkten zielt Kik darauf ab, die Personalkosten signifikant zu senken. Diese Maßnahme betrifft nicht nur das deutsche Kerngebiet, sondern wird auch für Filialen in südeuropäischen Ländern wie Spanien und Portugal geprüft oder bereits umgesetzt. Das Unternehmen bestätigte "veränderte Öffnungszeiten" für Teile des Netzes und reagiert damit auf das veränderte Einkaufsverhalten der Kunden sowie auf den gestiegenen Kostendruck im stationären Einzelhandel.

Standortkriterien für die Zukunftsfähigkeit

Kik verfolgt bei der Bewertung seiner Bestandsimmobilien sowie bei potenziellen Neueröffnungen ein striktes Anforderungsprofil. Standorte, die diese Kriterien dauerhaft nicht erfüllen oder keine positive Entwicklungsprognose aufweisen, werden konsequent zur Disposition gestellt. Die nachfolgende Tabelle gibt Aufschluss über die Parameter, die Kik für einen wirtschaftlich tragfähigen Standort definiert:

KriteriumAnforderungen der Kik-Expansion
EinzugsgebietStädte oder Stadtteile mit mindestens 15.000 Einwohnern
LagequalitätInnenstädte, Fachmarktzentren oder Nahversorgungszentren
FlächengrößeRegelfläche 400 bis 750 m² (Sonderlagen ab 350 m²)
SynergieeffekteNähe zu Lebensmitteldiscountern, Drogerien und Fachmärkten

Kontinuierlicher Prozess der wirtschaftlichen Konsolidierung

Bereits im Herbst 2025 kamen erste Berichte über großflächige Schließungsszenarien auf, wobei in Medienkreisen von bis zu 400 gefährdeten Standorten in Deutschland die Rede war. Kik betont jedoch, dass die regelmäßige Überprüfung des Filialnetzes Teil einer vorausschauenden und verantwortungsvollen Unternehmensführung sei. Anpassungen werden vorgenommen, um die wirtschaftliche Solidität der gesamten Gruppe zu gewährleisten. In hoch frequentierten Innenstadtlagen zeigt sich das Unternehmen flexibler bei der Flächennutzung, während in Vorstädten und Randlagen die Anbindung an den Lebensmitteleinzelhandel als Frequenzbringer unverzichtbar bleibt. Die aktuelle Dynamik zeigt, dass sich der Textil-Discounter konsequent von unrentablen Altlasten trennt, um Ressourcen für zukunftsträchtige Lagen und digitale Transformationsprozesse freizusetzen.

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