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Warum ist die Ritter Sport Packung so groß? Die Hersteller-Rechtfertigung

Warum ist die Ritter Sport Packung so groß? Die Hersteller-Rechtfertigung

November 23, 2025
James Whitmore
Mogelpackungen bei dm und Ritter Sport? Die Stiftung Warentest kritisiert Claro Tabs und Nuss-Mix wegen halbleerer Kartons. Erfahren Sie, wie Sie sich wehren!

Mogelpackungen sind ein anhaltendes Ärgernis für Verbraucher in Deutschland und geraten im November erneut in den Fokus kritischer Berichterstattung, wie die aktuellen Warnungen der Stiftung Warentest belegen. Laut einer Studie des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) aus dem Jahr 2021 könnten jährlich über drei Millionen 240-Liter-Mülltonnen Abfall vermieden werden, wenn die Hersteller passendere Verpackungen verwenden würden. Das Problem überdimensionierter Verpackungen, die nur zur Hälfte gefüllt sind, betrifft Produkte des täglichen Bedarfs, die in Drogerien und Supermärkten erhältlich sind. Insbesondere zwei bekannte Markenartikel sind momentan Gegenstand der Kritik, da sie einen unverhältnismäßig hohen Luftanteil in ihren Kartons aufweisen.Wie die Redaktion Renewz.de berichtet.

Aktuelle Mogelpackungen: Die Kritik der Stiftung Warentest an Claro und Ritter Sport

Die Stiftung Warentest hat aktuell zwei weit verbreitete Produkte als Mogelpackungen eingestuft, wobei die Diskrepanz zwischen Verpackungsgröße und tatsächlichem Inhalt im Zentrum der Kritik steht. Betroffen sind die Claro Multi Geschirrspültabs sowie der Ritter Sport mini Voll-Nuss-Mix, beides Produkte, die regelmäßig in Drogerien wie dm und Supermärkten erworben werden. Kunden hatten sich bei der Verbraucherorganisation beschwert, da die Kartons beider Produkte nur etwa zur Hälfte mit Ware befüllt waren, was ein Gefühl der Irreführung vermittelt. Bei den Geschirrspültabs von Claro fiel auf, dass die Packung, die 30 Tabs enthält und sogar mit einem EU-Ecolabel für Umweltengagement wirbt, erstaunlich groß und zur Hälfte leer ist. Verbraucher wie Michael Bartl aus Berlin bemängelten gegenüber der Stiftung Warentest explizit diesen hohen Luftanteil. Auf die Nachfrage der Tester lieferten die Hersteller Erklärungen, die jedoch von Verbraucherschützern kritisch hinterfragt werden. Der Fall zeigt, dass das Problem der Mogelpackungen nach wie vor aktuell ist und Kunden genau hinschauen müssen.

ProduktVerkaufsortVerpackungsinhaltKritikpunkt der Stiftung Warentest
Claro Multi Geschirrspültabsdm, Rossmann30 TabsPackung ist zur Hälfte mit Luft gefüllt
Ritter Sport mini Voll-Nuss-MixSupermärkte7 kleine TafelnSchachtel ist überdimensioniert, es passen mehr Tafeln hinein

Der Fall der Claro Multi Geschirrspültabs: Halb leer trotz Umweltsiegel

Die Claro Multi Geschirrspültabs stehen im Fokus der Kritik, da ihre Verpackung, die bei dm und Rossmann erhältlich ist, nur etwa zur Hälfte befüllt ist, obwohl der Produzent mit ökologischem Engagement wirbt. Die Verpackung des Reinigungsmittels trägt das EU-Ecolabel, was das Missverhältnis zwischen dem beworbenen Umweltbewusstsein und dem hohen Materialverbrauch durch die Überdimensionierung besonders hervorhebt. Dies führte zu direkten Beschwerden von Verbrauchern bei der Stiftung Warentest, die das halb gefüllte Volumen beanstandeten. Der Anbieter der Geschirrspültabs reagierte auf die Kritik mit der Erklärung, die Verpackungen könnten größer wirken, als für die reine Aufnahme der 30 Tabs nötig. Das Unternehmen versprach jedoch, an neuen Verpackungslösungen zu arbeiten, bei denen die Tabs platzsparender geschichtet werden, um den Luftraum zu reduzieren. Solche Mogelpackungen bei Reinigungsmitteln sind kein Einzelfall; bereits im August gab es ähnliche Beschwerden von Kunden über das Finish-Spülmaschinensalz. Die Verbraucherzentralen sehen in diesen Fällen einen klaren Widerspruch zum Anspruch vieler Hersteller, nachhaltig zu handeln und Ressourcen zu schonen.

Die XXL-Schachtel von Ritter Sport: Entnahme-Erleichterung oder Irreführung

Auch der Schokoladenhersteller Ritter Sport gerät wegen seines mini Voll-Nuss-Mix in die Kritik der Stiftung Warentest, da die Schachtel für lediglich sieben kleine Schokoladen-Tafeln viel zu groß dimensioniert erscheint. Verbraucher wie Ulrich Pohl aus Frankfurt am Main äußerten ihren Unmut darüber, dass in dem Karton problemlos mehr Tafeln Platz finden würden als die enthaltenen sieben. Der Hersteller begründet die überdimensionierte Verpackung mit technischen Aspekten und der sogenannten Entnahme-Erleichterung für den Kunden. Die Argumentation lautet, dass bei einer Verkleinerung der Verpackung und einer Stapelung der Tafeln nicht ausreichend Platz für die gesetzlich vorgeschriebene Deklaration der Inhaltsstoffe und Nährwerte bliebe. Dies ist eine Standardrechtfertigung, die oft von Herstellern ins Feld geführt wird, um den hohen Luftanteil zu erklären. Allerdings weist die Stiftung Warentest darauf hin, dass ein anderer Mix aus der Ritter Sport Mini-Reihe neun statt nur sieben Tafeln enthält, was die Argumentation der Platznot entkräftet.

Rechtfertigungen der Hersteller und die gesetzliche Grauzone

Hersteller führen häufig technische Gründe, wie die Notwendigkeit von Schutzkissen beim Transport oder spezielle Abfüllprozesse, ins Feld, um den hohen Luftanteil in Mogelpackungen zu rechtfertigen. Auch das Argument der einfachen Entnahme oder des Platzbedarfs für die Produktinformationen, wie im Falle von Ritter Sport, wird regelmäßig genutzt, um die überdimensionierte Verpackung zu erklären. Die gesetzliche Lage in Deutschland ist dabei relativ tolerant: Eine Verpackung gilt erst dann als Mogelpackung im rechtlichen Sinne, wenn sie zu weniger als 30 Prozent gefüllt ist, was den Herstellern einen großen Gestaltungsspielraum lässt. Diese gesetzliche Grauzone ärgert viele Kunden zutiefst, die sich fragen, warum sie unnötig viel Verpackungsmaterial und somit Müll mit nach Hause nehmen müssen. Die Verbraucherzentralen fordern daher seit Jahren eine strengere Regulierung, um die Verbraucher besser zu schützen und die Umweltbelastung zu reduzieren.

Häufige Rechtfertigungen für Mogelpackungen:

  • Technische Notwendigkeit für Abfüll- oder Versiegelungsprozesse
  • Schutz des Produkts vor Bruch (z. B. bei Chips oder empfindlichen Waren)
  • Platzbedarf für die gesetzlich vorgeschriebene Deklaration (Inhaltsstoffe, Nährwerte)
  • Erleichterte Entnahme durch den Kunden (z. B. bei bestimmten Mix-Verpackungen)

Das Problem der Mogelpackungen: Abfallvermeidung und Verbraucherschutz

Das Problem der Mogelpackungen ist in Deutschland ein seit Jahren bekanntes Thema, das nach wie vor ohne eine konsequente gesetzliche Lösung bleibt, obwohl das Bewusstsein für Nachhaltigkeit stetig wächst. Die Kritik des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) an überdimensionierten Verpackungen ist seit Langem bekannt und wird durch die aktuellen Fälle bei dm und Ritter Sport erneut bestätigt. Die bereits erwähnte Studie aus dem Jahr 2021 hat eindrücklich belegt, welches enorme Potenzial in der Vermeidung von Abfall durch passendere Verpackungsgrößen liegt. Konkret könnten jährlich drei Millionen 240-Liter-Mülltonnen Abfall eingespart werden, eine Zahl, die die Dimension des Problems deutlich macht. Trotz dieser bekannten Faktenlage und der wiederholten Hinweise der Stiftung Warentest ändern viele Hersteller ihre Verpackungsstrategien nur zögerlich oder nutzen die engen gesetzlichen Spielräume aus. Für Kunden ist es wichtig zu wissen, dass sie die Möglichkeit haben, ihre Beobachtungen zu Mogelpackungen direkt bei der Stiftung Warentest oder den regionalen Verbraucherzentralen zu melden. Diese Meldungen helfen den Verbraucherschützern, gezielt gegen irreführende Praktiken vorzugehen und so den Druck auf die Industrie zu erhöhen.

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