(BTC)
(ETH)
(LTC)
RENEWZ.de
Finde, was zählt. Immer informiert
Großstörung bei der Deutschen Bahn am 23. Juni 2026: Bahnfunk GSM-R fällt bundesweit aus – kein Zugverkehr, auch S-Bahnen stehen still

Großstörung bei der Deutschen Bahn am 23. Juni 2026: Bahnfunk GSM-R fällt bundesweit aus – kein Zugverkehr, auch S-Bahnen stehen still

Juni 24, 2026
Monika Schmidt
Großstörung bei der Deutschen Bahn am 23. Juni 2026: Der digitale Bahnfunk GSM-R fällt bundesweit aus, der Zugverkehr ist eingestellt, auch die Berliner S-Bahn steht still. Bahnchefin Palla äussert sich.

Eine bundesweite Störung des digitalen Bahnfunks GSM-R hat am späten Dienstagabend, dem 23. Juni 2026, gegen 23 Uhr den gesamten Schienenverkehr in Deutschland zum Erliegen gebracht. Betroffen waren Fern-, Regional- und S-Bahnen gleichermassen: In Berlin stand der Verkehr auf allen S-Bahn-Linien still, Reisende wurden auf die BVG verwiesen, auch in Stuttgart fuhr keine S-Bahn mehr, und das private Unternehmen Metronom in Niedersachsen rechnete für die ganze Nacht mit einem Stillstand. Tausende Fahrgäste sassen teils auf offener Strecke, teils an überfüllten Bahnsteigen fest, während Anzeigetafeln Verspätungen von bis zu vier Stunden meldeten, berichtet Renewz.de.

Warum es zu dem Ausfall kam, blieb zunächst offen: Bahnchefin Evelyn Palla erklärte gegenüber der "Bild"-Zeitung, die genaue Ursache sei nicht bekannt, und das oberste Ziel sei es nun, die Züge in die Bahnhöfe zu bringen, damit Reisende sicher aussteigen könnten. Nach Informationen des rbb gingen die Sicherheitsbehörden zunächst nicht von Sabotage aus, sondern vermuteten ein fehlerhaftes Update als Auslöser. Erste Züge rollten gegen 23.15 Uhr wieder an – allerdings vorerst nur bis zum nächsten Bahnhof; ein durchgehender Regelbetrieb war in der Nacht noch nicht wiederhergestellt.

Was genau passiert ist

Auslöser ist eine netzweite Störung im Kommunikationssystem der Bahn. GSM-R steht für "Global System for Mobile Communications – Railway" und ist ein speziell für den Eisenbahnbetrieb entwickeltes digitales Mobilfunksystem. Es basiert auf dem GSM-Standard, wurde aber an die besonderen Anforderungen des Bahnverkehrs angepasst. Über dieses Netz kommunizieren Lokführer und Leitstellen. Fällt es aus, darf aus Sicherheitsgründen kein Zug mehr fahren.

In einer ersten Mitteilung erklärte das Unternehmen: "Aufgrund einer bundesweiten Störung des digitalen Bahnfunks GSMR werden vorläufig alle Züge an Bahnhöfen zurückgehalten." Die Techniker arbeiteten "mit Hochdruck" daran, das Problem zu beheben. Weitere Informationen sollten folgen, sobald dies möglich sei.

Wer betroffen ist

Betroffen sind Fern- und Regionalzüge sowie S-Bahnen in mehreren Grossstädten. Auch die Berliner S-Bahn war komplett ausgesetzt: Der Verkehr stand auf allen Linien still, Fahrgäste wurden gebeten, auf die Angebote der BVG auszuweichen. In Stuttgart standen die S-Bahnen ebenfalls vollständig. Das private Eisenbahnunternehmen Metronom in Niedersachsen meldete, dass alle Züge anhalten mussten. Ein Sprecher sagte, man rechne damit, dass in dieser Nacht kein Zug mehr fahre, und riet Kunden, vorerst keine Bahnreisen mehr anzutreten oder sich nach anderen Verkehrsmitteln umzusehen.

Wie viele Züge und wie viele Menschen insgesamt betroffen waren, blieb zunächst unklar. Berichte aus sozialen Netzwerken und von Reportern vor Ort zeigten ein einheitliches Bild: Anzeigetafeln meldeten Verspätungen von bis zu vier Stunden, Reisende warteten an Schaltern, und mancher Zug blieb mitten auf der Strecke stehen.

Stimmen aus dem Konzern

Die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, äusserte sich noch am Abend. Die genaue Ursache sei zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt. "Wir versuchen jetzt, die Züge in die Bahnhöfe zu bekommen, damit die Reisenden aussteigen können", sagte sie. Es gehe in erster Linie darum, gestrandete Fahrgäste sicher von der Strecke zu holen. Die Züge würden an geeigneten Stellen vorübergehend zurückgehalten, bis eine sichere Weiterfahrt gewährleistet werden könne.

Erste Entwarnung

Gegen 23.15 Uhr gab es erste Anzeichen einer Besserung. Einzelne Züge rollten wieder an – nach Berichten von Reisenden allerdings zunächst nur bis zum nächsten Bahnhof, damit die Menschen dort aussteigen konnten. Ein normaler, durchgehender Betrieb war damit noch nicht wiederhergestellt. Die Lage blieb in den Stunden danach unübersichtlich, und der Konzern kündigte weitere Mitteilungen an.

Was die Behörden vermuten

Nach Informationen des rbb gingen die Sicherheitsbehörden zunächst nicht von Sabotage aus. Im Vordergrund stand vielmehr die Vermutung, ein fehlerhaftes Update der Deutschen Bahn könnte die Ursache sein. Eine offizielle und endgültige Bestätigung dazu lag in der Nacht jedoch noch nicht vor.

Ein Blick zurück

Ein vergleichbarer Vorfall ist nicht neu. Bereits im Oktober 2022 kam es zu einer grossflächigen Bahnstörung wegen eines GSM-R-Ausfalls. Damals wurde anfangs Sabotage vermutet. Später stellte sich heraus, dass das System aufgrund von zwei versuchten Kabeldiebstählen ausgefallen war. Der aktuelle Fall zeigt erneut, wie verwundbar der gesamte Schienenverkehr ist, wenn ein einziges zentrales Kommunikationssystem nicht mehr funktioniert.

Was Reisende jetzt tun können

Wer in dieser Nacht eine Bahnreise geplant hatte, sollte sie nach Möglichkeit verschieben. In Berlin und Brandenburg bot sich das Netz der BVG sowie der regionalen Busunternehmen als Ausweichlösung an. Grundsätzlich gilt: Bei einer Verspätung von 60 Minuten oder mehr im Fernverkehr besteht ein Anspruch auf eine Teilerstattung des Fahrpreises. Fahrgäste sollten Tickets, Belege und Screenshots der Anzeigetafeln aufbewahren, um spätere Ansprüche geltend machen zu können. Die Deutsche Bahn empfahl, die aktuellen Anzeigen am Bahnhof und die offiziellen Kanäle des Unternehmens im Auge zu behalten.

Warum dieser Ausfall so schwer wiegt

Der digitale Bahnfunk ist das Rückgrat des modernen Zugbetriebs. Ohne funktionierende Verbindung zwischen Lokführern und Leitstellen lassen sich Züge nicht sicher steuern. Genau deshalb wird im Zweifel der gesamte Verkehr gestoppt – Sicherheit steht über Pünktlichkeit. Dass dabei innerhalb von Minuten der komplette bundesweite Verkehr zum Erliegen kommt, verdeutlicht, wie zentral und zugleich störanfällig die digitale Infrastruktur der Bahn ist.

Häufige Fragen

Warum stehen die Züge?
Der digitale Bahnfunk GSM-R ist bundesweit gestört. Ohne dieses Kommunikationssystem ist ein sicherer Betrieb nicht möglich, deshalb wurden die Züge angehalten.

Ist die Berliner S-Bahn betroffen?
Ja. Der Verkehr war auf allen S-Bahn-Linien ausgesetzt. Reisende wurden gebeten, auf die BVG auszuweichen.

Steckt Sabotage dahinter?
Nach den vorliegenden Informationen gingen die Behörden zunächst nicht davon aus. Vermutet wurde ein fehlerhaftes Update – eine endgültige Bestätigung stand aber noch aus.

Wann fahren die Züge wieder normal?
Erste Züge rollten gegen 23.15 Uhr wieder an, zunächst nur bis zum nächsten Bahnhof. Ein vollständiger Regelbetrieb war in der Nacht noch nicht wiederhergestellt.

Bleiben Sie informiert! Lesen Sie auch: Tandemflug in Vorarlberg: Wo Sie die Alpen Österreichs aus der Vogelperspektive erleben können

crossmenu