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Aus für Eterna: Passauer Hemdenhersteller stellt Geschäftsbetrieb im Sommer endgültig ein

Aus für Eterna: Passauer Hemdenhersteller stellt Geschäftsbetrieb im Sommer endgültig ein

März 3, 2026
James Whitmore
Hemdenhersteller Eterna stellt Betrieb im Sommer 2026 ein. Kein Investor für Standort Passau gefunden, nur Marke wird verkauft. Knapp 900 Mitarbeiter betroffen

Der traditionsreiche Passauer Modehersteller Eterna steht endgültig vor dem Aus, nachdem die Geschäftsleitung am Dienstag das offizielle Ende des Geschäftsbetriebs bekannt gegeben hat. Da sich im Rahmen des Insolvenzverfahrens kein Investor fand, der bereit war, das gesamte Unternehmen zu übernehmen, wird der Betrieb im Laufe des kommenden Sommers vollständig eingestellt. Lediglich für die renommierte Marke selbst konnte ein Käufer akquiriert werden, was jedoch die Schließung der Produktions- und Verwaltungsstätten in Passau nicht verhindern kann. Eine Weiterführung der Eterna Mode GmbH am bisherigen Standort ist laut offiziellen Angaben ausgeschlossen, da der Gläubigerausschuss dem entsprechenden Schließungsplan bereits zugestimmt hat, berichtet Renewz.de unter Berufung auf br.

Fehlende Investorenlösungen und Markenverkauf

Die Nachricht über die Einstellung des Betriebs markiert den Endpunkt eines langwierigen Sanierungsversuchs. Nachdem Eterna bereits im Dezember 2025 Insolvenz in Eigenverantwortung angemeldet hatte, hofften die Verantwortlichen und die Belegschaft zunächst auf eine Rettung durch einen strategischen Partner. Trotz intensiver Verhandlungen gab jedoch keiner der potenziellen Interessenten ein bindendes Angebot ab, das den Erhalt des Unternehmens als Ganzes vorgesehen hätte. Die Entscheidung des Gläubigerausschusses, den Betrieb abzuwickeln, ist die direkte Folge dieser ausbleibenden Investorenbereitschaft. Während die Namensrechte an der Marke Eterna künftig unter neuer Flagge weitergeführt werden könnten, bleibt das strukturelle Gerüst des Passauer Traditionsunternehmens auf der Strecke. Eine Sprecherin bestätigte, dass die Abwicklung nun eingeleitet wurde und die operative Tätigkeit schrittweise bis zum Sommer beendet wird.

Wirtschaftliche Ursachen und der Niedergang des Business-Segments

Der Niedergang von Eterna ist eng mit den strukturellen Problemen der gesamten deutschen Modebranche verknüpft, die sich derzeit in einer massiven Krise befindet. Das Unternehmen nennt als Hauptgründe für das Scheitern die schwache Konjunktur, die zu einem spürbaren Rückgang der Umsätze geführt hat. Gleichzeitig sahen sich die Passauer mit drastisch gestiegenen Kosten für Energie, Logistik und Personal konfrontiert. Besonders schwer wog jedoch der langfristige Wandel in der Arbeitswelt, der durch die Corona-Pandemie massiv beschleunigt wurde. Da die Nachfrage nach klassischer Business-Kleidung und Hemden durch den Trend zum Homeoffice nachhaltig sank, verlor Eterna einen signifikanten Teil seines Kernmarktes. Trotz Anpassungsversuchen konnte die Lücke zwischen den steigenden Betriebskosten und der schwindenden Nachfrage nicht mehr geschlossen werden.

Auswirkungen auf die Belegschaft in Passau

Für die Mitarbeiter des Unternehmens bedeutet die Schließung den Verlust ihrer Existenzgrundlage. Zuletzt beschäftigte Eterna insgesamt knapp 900 Menschen, wovon rund 280 direkt in der Zentrale in Passau tätig waren. Die Belegschaft wurde am Dienstag über die ausbleibenden Investorenangebote und die bevorstehende Entlassungswelle informiert. Da eine Fortführung des Betriebs ausgeschlossen wurde, konzentrieren sich die Maßnahmen nun auf die geordnete Abwicklung der verbliebenen Aufträge bis zum endgültigen Produktionsstopp im Sommer. Die Region Niederbayern verliert damit einen ihrer bekanntesten Arbeitgeber im Textilsektor, der über Jahrzehnte hinweg das Gesicht der Passauer Wirtschaft mitgeprägt hatte. Die schwierigen Zeiten für deutsche Modehersteller fordern somit ein weiteres prominentes Opfer, nachdem bereits andere Marken ähnliche Schicksale erlitten haben.

Zusammenfassung der Unternehmensdaten und Krisenfaktoren

Um die Komplexität der Insolvenz und die daraus resultierenden Konsequenzen zu verdeutlichen, zeigt die folgende Übersicht die zentralen Eckpunkte der aktuellen Situation der Eterna Mode GmbH:

Kennzahl / EreignisDetails zur Unternehmenslage
InsolvenzantragDezember 2025 (Eigenverantwortung)
Datum der Schließungsankündigung3. März 2026
Geplantes Ende des BetriebsSommer 2026
Gesamtzahl der Mitarbeiterknapp 900
Mitarbeiter am Standort Passaurund 280
VerkaufsobjektNur die Marke "Eterna"
Hauptgründe der KriseKaufkraftverlust, Energiekosten, Homeoffice-Trend

Die Zukunft der Marke Eterna

Obwohl der Geschäftsbetrieb in seiner jetzigen Form endet, wird der Name Eterna voraussichtlich nicht vollständig vom Markt verschwinden. Der erfolgte Verkauf der Marke an einen noch nicht näher benannten Erwerber deutet darauf hin, dass die Produkte künftig unter einer anderen Unternehmensstruktur vertrieben werden könnten. Dies geschieht jedoch ohne die gewachsenen Strukturen in Niederbayern. Für die lokale Wirtschaft in Passau stellt dies eine Zäsur dar, da die industrielle Fertigung von Hemden in der Region damit Geschichte ist. Branchenexperten sehen in dem Fall Eterna ein warnendes Beispiel für die Konsolidierung im Einzelhandel, bei der etablierte Traditionsmarken gegen die veränderten Konsumgewohnheiten und den Kostendruck der Globalisierung oft keine Handhabe mehr haben.

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