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Das finale Licht: Wie Chanukka 2025 am 22. Dezember in Deutschland feierlich endet

Das finale Licht: Wie Chanukka 2025 am 22. Dezember in Deutschland feierlich endet

Dezember 14, 2025
James Whitmore
Chanukka-Ende 2025: Am 22. Dezember erstrahlen alle 8 Lichter. Erfahren Sie die wichtigsten Bräuche, wo in Deutschland gefeiert wird, und Fakten zum Öl-Wunder.

Wenn der Dezember in Deutschland in die intensivste Phase der Weihnachtsvorbereitungen eintritt, findet parallel eines der ältesten und bedeutendsten jüdischen Feste seinen strahlenden Höhepunkt: Chanukka. Das achttägige Lichterfest, das den Sieg des Lichts über die Dunkelheit und die spirituelle Freiheit zelebriert, endet im Jahr 2025 am Abend des 22. Dezember. Dieses Datum ist weit mehr als nur das Ende einer Feierperiode; es ist der Moment, in dem alle neun Flammen des Chanukkiot entzündet sind und die volle Symbolik des antiken Tempelwunders entfaltet wird. Die achte Kerze markiert die Vollendung der acht Tage, in denen das unzureichende Öl wundersam brannte und erinnert an den Mut der Makkabäer gegen die hellenistische Unterdrückung. In den jüdischen Gemeinden in Berlin, Frankfurt und München wird dieser letzte Abend nicht nur privat, sondern auch öffentlich zelebriert, wodurch jüdisches Leben in der deutschen Öffentlichkeit sichtbar und präsent wird. Diese Bräuche sind ein lebendiger Beweis für die Beharrlichkeit der Tradition inmitten der Moderne. Wie die Redaktion Renewz.de berichtet.

Der Höhepunkt des Wunders: Die Bedeutung der achten Kerze

Am 22. Dezember 2025 richtet sich die gesamte Aufmerksamkeit auf das Entzünden der achten Kerze – den feierlichen Abschluss der Lichterreihe. Dieses letzte Licht repräsentiert die finale Phase des Tempelwunders, in dem das Gefäß mit Öl, das nur für einen einzigen Tag bestimmt war, erstaunliche acht Tage lang brannte. Die Kerzen werden traditionell nacheinander von rechts nach links in den Chanukkiot gesteckt, aber in einer spezifischen Abfolge von links nach rechts entzündet, um die spirituelle Steigerung der Freude und des Lichts zu demonstrieren. Wenn alle neun Flammen, inklusive des Schamasch (der Dienerkerze), brennen, gilt das Wunder als vollendet. Zu den Ritualen gehören Segenssprüche ("Brachot") und das Singen des jahrhundertealten Liedes "Ma'oz Tzur" (Fels meiner Stärke). Die Atmosphäre in den Wohnzimmern deutscher jüdischer Familien ist an diesem Abend besonders warm und festlich, oft verbunden mit dem Verteilen kleinerer Geschenke oder Chanukka-Geld.

Die Rituale der Lichterzündung am letzten Abend:

  • Vollständigkeit: Alle acht Kerzen und der Schamasch brennen gleichzeitig.
  • Segenssprüche: Die speziellen Segenssprüche und der Dank für die Wunder werden gesprochen.
  • Musik: Das gemeinsame Singen von traditionellen Chanukka-Liedern vertieft die spirituelle Gemeinschaft.
  • Sichtbarkeit: Der Leuchter wird nach dem Anzünden, wenn möglich, ins Fenster gestellt, um das Wunder zu bezeugen.

In Öl gebacken: Kulinarische Zeugen der Beharrlichkeit

Die Küche am letzten Chanukka-Abend ist keine Nebensache, sondern ein essenzieller Bestandteil der Feier, der die Geschichte des Ölwunders sinnlich erfahrbar macht. Die Tradition schreibt vor, Speisen zu konsumieren, die großzügig in Öl gebraten oder frittiert werden – eine direkte Hommage an das Wunder im Tempel. Diese köstlichen, oft kalorienreichen Gerichte sind ein fester Bestandteil des Festes in Deutschland. Die Königin der Chanukka-Küche sind die Latkes (Kartoffelpuffer), die aus geriebenen Kartoffeln und Zwiebeln bestehen und knusprig in Öl ausgebacken werden. Sie werden meist mit Apfelmus oder saurer Sahne serviert. Genauso beliebt sind die süßen, mit Marmelade oder Pudding gefüllten Krapfen, bekannt als Sufganiyot, die vor allem in Israel, aber auch zunehmend in Deutschland, in Bäckereien zur Chanukka-Zeit erhältlich sind. Laut Studien zur jüdischen Kultur in Deutschland (Stand 2023) sind frittierte Speisen bei 90 Prozent der jüdischen Haushalte unverzichtbar für das Fest.

Die symbolträchtigsten Speisen:

SpeiseSymbolikAschkenasische TraditionSephardische Variation
LatkesWunder des Öls / HeiligkeitHauptbestandteil (herzhaft)Gelegentlich durch Käse-Latkes ersetzt
SufganiyotWunder des Öls / FreudeStandard-Krapfen (süß)Öfters durch Bimuelos (Honiggebäck) ergänzt
Gebratene SpeisenErinnerung an die ÖldauerFisch und Gemüse in Öl gebratenStarker Gebrauch von Olivenöl

Lichter in der deutschen Öffentlichkeit: Brückenbau am 22. Dezember

Das Ende von Chanukka wird in Deutschland immer stärker zu einem öffentlichen Ereignis. Am 22. Dezember 2025 versammeln sich Menschen in Metropolen wie Berlin, Frankfurt und München, um Zeugen der Zeremonie der öffentlichen Menora-Zündung zu werden. Die Tradition des Aufstellens großer, oft metallener Leuchter auf zentralen Plätzen hat sich seit den 1980er Jahren etabliert und signalisiert die Stärke und Offenheit des jüdischen Lebens in Deutschland. Die Zündung der letzten, achten Kerze an diesen öffentlichen Menorot – wie traditionell am Brandenburger Tor in Berlin – ist ein feierlicher Akt, der von Chormusik, Reden lokaler Würdenträger und der Verteilung von Sufganiyot begleitet wird. Diese Veranstaltungen sind nicht nur für die jüdische Gemeinde von Bedeutung; sie sind auch ein sichtbares Zeichen der interkulturellen Offenheit. Eine Erhebung der Amadeu Antonio Stiftung aus dem Jahr 2024 zeigt eine stetig wachsende Akzeptanz und Neugier in der nichtjüdischen Bevölkerung gegenüber diesen öffentlichen Feierlichkeiten.

Zentrale Orte für Chanukka-Abschlusszeremonien am 22. Dezember 2025:

  • Berlin: Vor dem Brandenburger Tor, Platz des 18. März. (Bekanntester und größter Standort.)
  • Frankfurt am Main: Hauptwache oder Römerberg. (Zentral für die Rhein-Main-Region.)
  • München: St. Jakobs Platz, vor der Hauptsynagoge. (Im Herzen des Jüdischen Zentrums.)
  • Köln: Verschiedene Plätze der Innenstadt in Koordination mit der Synagogen-Gemeinde.

Im Schatten der Weihnachtslichter: Die Botschaft der Beharrlichkeit

Die Tatsache, dass Chanukka in Deutschland inmitten der allgegenwärtigen Advents- und Weihnachtsbeleuchtung gefeiert wird, verleiht dem Fest eine besondere Nuance. Es ist ein Fest der Lichter, das jedoch eine ganz andere, tief historische Botschaft transportiert: die Botschaft des Widerstands, der spirituellen Unabhängigkeit und des Wunders. Es geht nicht um die Geburt des Lichts, sondern um die Wiederherstellung des Lichts nach einer Phase der Unterdrückung. Die Geschenketradition, die sich in vielen jüdischen Haushalten im 20. Jahrhundert entwickelte, ist eine Anpassung an die umliegende Kultur, doch der Kern des Festes bleibt die spirituelle Erzählung. Das Lichterfest erinnert daran, dass auch kleine Zeichen (der kleine Krug Öl) große Wirkung entfalten können. Für die etwa 200.000 Juden, die in Deutschland leben, ist die öffentliche Zurschaustellung der Chanukka-Menorot eine wichtige Geste der Sichtbarkeit und der Selbstbehauptung im europäischen Kontext. Forschungen der Humboldt-Universität Berlin zur Rolle jüdischer Feste im öffentlichen Raum zeigen, dass diese Feiern wesentlich zur Stärkung der kulturellen Vielfalt beitragen.

Die Kernbotschaften von Chanukka am letzten Abend:

  1. Wunder: Die Erinnerung an das acht Tage brennende Öl.
  2. Reinheit: Die Wiedereinweihung des Tempels.
  3. Freiheit: Der Sieg über die religiöse Unterdrückung (die Makkabäer-Revolution).
  4. Hoffnung: Das Licht, das die Dunkelheit des Winters und der Geschichte vertreibt.

Das Ende von Chanukka am 22. Dezember 2025 in Deutschland ist somit ein tiefgründiges, lebendiges Ereignis. Das volle Licht der neun Kerzen in Fenstern und auf öffentlichen Plätzen ist ein eindrucksvolles, fröhliches Zeugnis der jüdischen Geschichte und Gegenwart. Es ist ein Moment des Innehaltens, der Gemeinschaft und der Freude, der die Vorweihnachtszeit auf besondere Weise bereichert.

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