Changan Nevo A06: Das erste Elektroauto weltweit mit Natrium‑Ion‑Batterie startet in Deutschland

Der chinesische Autohersteller Changan Automotive stellt mit dem Nevo A06 das weltweit erste serienproduzierte Elektrofahrzeug (EV) vor, das mit einer Natrium‑Ion‑Batterie (Na‑Ion) ausgestattet ist. Die Batterie verfügt über eine Kapazität von 45 kWh und ermöglicht eine Reichweite von über 400 km (250 Meilen). Anstelle der üblichen Lithium‑Ionen-Batterien nutzt der Nevo A06 das neue Naxtra Na‑Ion‑Paket von CATL, das besonders bei extremen Temperaturen überzeugt. Darüber berichtet die Redaktion von Renewz.de unter auf CATL.
Technische Vorteile der Natrium‑Ion-Technologie
Kälteresistenz:
Tests zeigten, dass die Batterie bei −40 °C mehr als 90 % ihrer ursprünglichen Kapazität behält. Selbst bei −50 °C bleibt der Nevo A06 funktionsfähig, während viele Lithium‑Ionen-Batterien bei solchen Bedingungen stark an Reichweite verlieren.
Rohstoffvorteile:
Sodium ist weltweit reichlich vorhanden und deutlich günstiger als Lithium, was die Produktionskosten senkt und Lieferkettenrisiken reduziert.
Sicherheit:
Na‑Ion-Batterien sind weniger anfällig für thermisches Durchgehen („thermal runaway“), was die Sicherheit erhöht.
Praxis-Tipp: Für deutsche Fahrer in kälteren Regionen (z. B. Bayern, Thüringen) ist die Kälteresistenz besonders relevant, da herkömmliche EV-Batterien im Winter häufig bis zu 30 % Reichweite verlieren.
Daten und Fakten zum Changan Nevo A06
- Batterie: 45 kWh Natrium‑Ion (Naxtra, CATL)
- Reichweite: ca. 400 km (CLTC-Zyklus)
- Extremtemperaturen: Funktioniert bei −50 °C, behält >90 % Kapazität bei −40 °C
- Ladeleistung: Standard AC- und DC-Laden möglich
- Sicherheitsfeatures: Tests gegen Überhitzung, Durchstechen, Kurzschluss bestanden

Marktchancen in Deutschland
Deutschland ist einer der größten EV-Märkte Europas mit steigender Nachfrage nach umweltfreundlichen Fahrzeugen.
Faktoren, die den Nevo A06 attraktiv machen könnten:
- Förderprogramme: Bis zu 9.000 € Umweltbonus für neue Elektrofahrzeuge, plus mögliche Herstelleranteile.
- Ladeinfrastruktur: Über 50.000 öffentliche Ladepunkte in Deutschland, inklusive Schnellladestationen entlang Autobahnen.
- Wintertauglichkeit: Na‑Ion-Batterien könnten besonders für Fahrer in Bayern, Sachsen oder im Schwarzwald interessant sein.
Praxis-Tipp: Wer plant, ein Na‑Ion-EV zu kaufen, sollte die Zugangsmöglichkeiten zu Schnellladern prüfen und über eine Wallbox zuhause nachdenken. Installation kostet in Deutschland je nach Leistung 1.500–3.500 €, teilweise gefördert.
Preis und Verfügbarkeit
Der Nevo A06 soll Mitte 2026 zunächst in China auf den Markt kommen. Offizielle Preise für Deutschland stehen noch nicht fest, können aber unter Berücksichtigung von Import, Steuern und Anpassungen auf ca. 25.000–30.000 € für die Basisversion geschätzt werden. Premium-Ausstattung oder größere Akkus erhöhen den Preis.
Praxis-Tipp: Frühzeitige Bestellung kann Vorteile bringen, da die ersten europäischen Einheiten wahrscheinlich stark nachgefragt werden.
Ladeinfrastruktur und Ladezeiten in Deutschland
Die Ladeinfrastruktur in Deutschland wächst schnell. Für den Nevo A06 sind folgende Punkte relevant:
- Öffentliche Ladestationen: Über 50.000 Ladepunkte, darunter AC-Ladestationen (bis 22 kW) und DC-Schnelllader (bis 150 kW).
- Ladezeiten:
- AC-Laden an einer 11 kW-Wallbox: ca. 4–5 Stunden für volle Ladung (0–100 %).
- DC-Schnellladen: ca. 30–40 Minuten für 20–80 % Ladung.
- Praxis-Tipp: Nutze Apps wie EnBW mobility+, PlugShare oder ChargeMap, um verfügbare Ladepunkte, Preise und Ladeleistung in Echtzeit zu prüfen.
Kostenübersicht für Betrieb und Unterhalt
Ein praktischer Blick auf die Betriebskosten für deutsche Fahrer:
- Stromkosten zuhause: ca. 0,30 €/kWh. Für 100 km Reichweite mit dem Nevo A06 (~11 kWh/100 km): ca. 3,30 € pro 100 km.
- Öffentliche Schnellladestationen: 0,60–0,80 €/kWh → ca. 6,60–8,80 € pro 100 km.
- Wartungskosten: EVs haben weniger Verschleißteile (kein Ölwechsel, weniger Bremsenbelastung), geschätzt 300–400 € pro Jahr für Inspektion und Reifen.
- Praxis-Tipp: Regelmäßiges Laden zuhause spart im Vergleich zum Schnellladen unterwegs deutlich Kosten.
Fördermöglichkeiten und steuerliche Vorteile
Deutsche EV-Fahrer können von verschiedenen Förderungen profitieren:
- Umweltbonus: Bis zu 9.000 € für neue Elektrofahrzeuge (Bund + Herstelleranteil).
- Dienstwagenbesteuerung: Elektroautos werden bei Firmenwagen nur zu 0,25 %–0,5 % des Bruttolistenpreises pro Monat besteuert (statt 1 %).
- Kfz-Steuerbefreiung: Elektrofahrzeuge bis 10 Jahre von der Kfz-Steuer befreit.
- Praxis-Tipp: Prüfe regionale Förderungen in deinem Bundesland. Bayern, Baden-Württemberg und Hessen bieten zusätzliche Zuschüsse für private Wallboxen oder Ladeinfrastruktur.
Praktische Tipps für deutsche Fahrer
- Ladeverhalten optimieren: Lade regelmäßig zwischen 20–80 %, um Lebensdauer der Na‑Ion-Batterie zu maximieren.
- Winterbetrieb: Batterie vor Fahrtbeginn aufwärmen, Reichweite und Ladeeffizienz werden dadurch verbessert.
- Apps nutzen: Tools wie PlugShare oder EnBW mobility+ zeigen Echtzeit-Ladepunkte, Preise und Verfügbarkeit.
- Wallbox installieren: Spart Zeit und Geld, besonders bei häufigem Pendeln oder Nutzung im Alltag.
Der Changan Nevo A06 mit Natrium‑Ion-Batterie markiert einen bedeutenden technologischen Schritt im EV-Sektor. Hohe Kälteresistenz, Kostenvorteile und Sicherheit machen das Fahrzeug besonders interessant für Deutschland, vor allem in Regionen mit langen Wintern. Wenn die Technologie erfolgreich skaliert, könnte sie die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen weiter erhöhen und neue Möglichkeiten für Fahrer in ganz Europa eröffnen.
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