AfD-Chef Chrupalla über Trump als Vorbild, Russland-Beziehungen und deutsche Wirtschaftspolitik

Die AfD liegt laut aktuellen Umfragen mit 22 Prozent gleichauf mit der Union. Am Sonntag, den 08. Februar 2026, äußerte sich Tino Chrupalla, Bundessprecher der Partei, von 21:45 bis 22:45 Uhr im ARD-Format „Caren Miosga“, zu außen- und wirtschaftspolitischen Positionen seiner Partei. Im Fokus standen die Nähe zu US-Präsident Donald Trump, die angestrebte Wiederannäherung an Russland sowie Strategien zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland angesichts steigender US-Zölle und internationaler Handelsabkommen. Chrupalla sprach sich für die Aufhebung von Sanktionen gegen Russland aus und kritisierte EU-Abkommen mit Indien und Mercosur. Parallel betonte er, dass Deutschland eigenständiger in globalen Handelsfragen agieren solle. Dies berichtet die Renewz.de unter Berufung auf NDR.
AfD und die Nähe zu Donald Trump
Tino Chrupalla sieht Parallelen zwischen AfD-Positionen und der Politik Donald Trumps, insbesondere in den Bereichen nationale Sicherheit und Wirtschaftspolitik. Die AfD strebt demnach an, außenpolitische Härte zu zeigen und nationale Interessen stärker zu priorisieren.
- Zölle: Chrupalla unterstützt die US-Zollpolitik als Mittel, deutsche Unternehmen im internationalen Wettbewerb zu schützen.
- MAGA-Bewegung: Die AfD bezeichnet die Bewegung als Beispiel für die Mobilisierung nationaler Interessen in der Politik.
- Politische Strategie: Laut Chrupalla soll Deutschland „eine klare Linie gegenüber globalen Akteuren“ zeigen, ohne die wirtschaftlichen Beziehungen zu destabilisieren.
Mechanismus der politischen Annäherung
- Dialog mit US-amerikanischen Think-Tanks und Republikanern.
- Öffentliche Unterstützung für wirtschafts- und sicherheitspolitische Maßnahmen der USA, die als Vorbild gelten.
- Nutzung von Medienplattformen für die Verbreitung von Positionen, die Trump-konform sind.
Die praktische Umsetzung bleibt bisher theoretisch; offizielle Abkommen zwischen AfD und US-Organisationen existieren nicht.

Wirtschaftsstrategien der AfD
Chrupalla kritisiert die aktuellen EU-Handelsabkommen mit Indien (unterzeichnet am 29. Januar 2026) und Mercosur (Verhandlungen seit 2019, noch nicht ratifiziert). Er sieht darin Risiken für die deutsche Industrie, insbesondere:
- Automobilsektor: mögliche Konkurrenz durch importierte Fahrzeuge.
- Landwirtschaft: Druck auf heimische Produzenten durch niedrigere Importpreise.
- Technologie und Maschinenbau: Gefahr der Abhängigkeit von ausländischen Märkten.
Er schlägt stattdessen vor, bilaterale Beziehungen mit Russland zu intensivieren, Sanktionen aufzuheben und gezielt Handelsprojekte mit „verlässlichen Partnern“ zu fördern.
Praktische Auswirkungen für Unternehmen
| Bereich | Aktuell | AfD-Vorschlag | Folgen für Unternehmen |
|---|---|---|---|
| Zölle US | 10–25 % | Beibehaltung | Schutz vor Importkonkurrenz |
| EU-Indien Abkommen | Ratifiziert 29.01.26 | Ablehnung | Risiko entgangener Märkte |
| Mercosur | In Verhandlung | Ablehnung | Fokus auf Russland als Handelspartner |
| Sanktionen Russland | Ja | Aufhebung | Zugang zu Rohstoffen, Energie |
Internationale Handelsdynamik
Michael Bröcker, Chefredakteur von Table.Briefings, bewertet Trumps Zolldrohungen als Auslöser für eine verstärkte globale Handelsdiplomatie. Laut Bröcker:
- Freihandelsabkommen wie EU-Indien stabilisieren deutsche Lieferketten.
- Deutschland kann so unabhängiger von politisch instabilen Partnern wie den USA und Russland agieren.
- Handelsabkommen stärken mittel- und langfristig die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen.
Vergleichliche Szenarien für Deutschland
| Szenario | Beschreibung | Konsequenz für Wirtschaft |
|---|---|---|
| Freihandel fördern | EU-Indien & EU-Kanada | Zugang zu Märkten, Exportchancen steigen |
| Zölle beibehalten | US-Maßnahmen adaptieren | Schutz heimischer Firmen, aber Kosten für Verbraucher |
| Fokus auf Russland | Sanktionen aufheben, bilaterale Abkommen | Rohstoffversorgung sichern, politische Spannungen erhöhen |
Kritik von Ökonomen
Veronika Grimm, Ökonomin an der Universität Nürnberg, warnt vor Widersprüchen im AfD-Programm:
- Außenhandel: Die gleichzeitige Ablehnung von EU-Abkommen und Unterstützung von US-Zöllen sei kontraproduktiv.
- Rentenpolitik: Mangelnde Finanzierungsperspektiven für ein stabilisiertes Sozialsystem.
- Forderungen nach Sanktionen-Aufhebung: könnten politische Risiken für deutsche Unternehmen bergen.
Grimm empfiehlt stattdessen weniger Zölle, mehr Freihandel und schmerzhafte Reformen im Sozialstaat, um Deutschland wirtschaftlich zu stärken.
Praktische Schritte für Bürger und Unternehmen
- Unternehmen: Überprüfung von Lieferkettenrisiken durch EU- und Nicht-EU-Handelspartner.
- Bürger: Information über Zolländerungen und mögliche Preisentwicklungen bei Importgütern.
- Behörden: Beratung über Handelsabkommen auf Bundeswirtschaftsministerium.de, Ansprechpartner: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, Wilhelmstraße 97, 10117 Berlin, Tel.: +49 30 18 615-0.
Dokumente und Nachweise
- Handelsverträge: verfügbar auf EUR-Lex (eur-lex.europa.eu).
- Zolltarife: deutsche Zollverwaltung
- Sanktionen: Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
Auswirkungen auf die politische Landschaft
Die AfD positioniert sich klar als Oppositionspartei, die die außen- und wirtschaftspolitische Richtung Deutschlands hinterfragt. Die unmittelbare Folge für Deutschland:
- Debatten über Außenpolitik gegenüber Russland und den USA intensivieren sich.
- Unternehmen müssen Szenarien für mögliche Zollerhöhungen oder Handelsblockaden berücksichtigen.
- Bürger erfahren indirekt Preisschwankungen und wirtschaftliche Unsicherheiten.
Die Aussagen von Tino Chrupalla zeigen, dass die AfD in der aktuellen Lage Deutschlands sowohl außen- als auch wirtschaftspolitische Alternativen zu bestehenden Regierungsstrategien sucht. Für Bürger und Unternehmen bedeutet dies, dass kurzfristig Anpassungen in Handelsstrategien, Investitionsentscheidungen und Verbraucherverhalten notwendig sein könnten. Langfristig bleibt abzuwarten, wie stark diese Vorschläge politisch umgesetzt werden.
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