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A100 in Berlin eröffnet: 721 Millionen Euro teurer Bauabschnitt sorgt für Proteste

A100 in Berlin eröffnet: 721 Millionen Euro teurer Bauabschnitt sorgt für Proteste

August 28, 2025
Monika Schmidt
Am 27. August 2025 wurde der 16. Bauabschnitt der A100 eröffnet. Trotz Kosten von 721 Mio. Euro begleiteten Proteste, Kritik von Linken und Grünen die Freigabe.

Stadtautobahn A100 offiziell eröffnet worden. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) durchschnitten gegen Mittag symbolisch ein schwarz-rot-goldenes Band. Seit dem Nachmittag rollt der Verkehr auf dem neuen Teilstück zwischen Neukölln und Treptow. Der 3,2 Kilometer lange Abschnitt kostete rund 721 Millionen Euro und verläuft größtenteils in einem bis zu sieben Meter tiefen Trog. Darüber berichtet Renewz.de unter Berufung auf rbb24.

Bild: rbb24

Der Festakt zur Verkehrsfreigabe fand im Hotel Estrel an der Sonnenallee statt. Begleitet wurde die Zeremonie von Protesten: Rund 150 Menschen demonstrierten vor Ort, in Treptow hatten sich bereits am Mittag etwa 100 Gegner des Projekts versammelt. Insgesamt waren 280 Polizisten im Einsatz. Laut Polizei verliefen die Kundgebungen friedlich. In der Nacht zuvor hatte es jedoch eine Farbattacke an der Brücke Dieselstraße gegeben – zwei rosa Farbeimer wurden über die Fahrbahn gekippt, die Spuren am Vormittag beseitigt.

Wegner verteidigte die Milliardeninvestition im rbb24 Inforadio: „Die Stadtautobahn zieht den Verkehr aus den Wohngebieten raus. Damit entlasten wir die Anwohner, und das ist mein Ziel.“ Am Abend betonte er in der Abendschau, dass die volle Wirkung des Projekts erst mit dem geplanten 17. Bauabschnitt erreicht werde. Das Planfeststellungsverfahren laufe bereits, entscheidend sei, dass die Trasse nicht mitten in einem Wohngebiet ende. „Dass wir diese leistungsfähige Strecke verlängern müssen, da bin ich mit dem Bundesminister einig,“ so Wegner.

Von der Opposition kam scharfe Kritik: Tobias Schulze, Fraktionschef der Linken, sprach von der „absurdesten und teuersten Straße Deutschlands“. Angesichts Klimawandel und Hitzebelastung sei eine grünere Stadt nötig statt einer weiteren Betontrasse. Die Grünen forderten ein Ende der „Verlängerungsphantasien“. Antje Kapek kritisierte: „Eine Autobahn, die so unbeliebt ist, dass sie versteckt im Hotel eröffnet werden muss, sagt alles.“

Auch die AfD meldete sich zu Wort. Ihr parlamentarischer Geschäftsführer Rolf Wiedenhaupt nannte die Verlegung des Festaktes ins Hotel einen „Offenbarungseid“ des Bürgermeisters. Wegner habe sich zu sehr an Linke und Grüne angenähert und unternehme zu wenig gegen „linksextremistische Gewalt“ in Berlin.

Mit der Verkehrsfreigabe endet die A100 nun an der Anschlussstelle Treptower Park. Ob und wann der 17. Bauabschnitt folgt, bleibt offen – klar ist nur, dass die A100 in Berlin weiterhin ein Symbol für den Konflikt zwischen Verkehrsausbau und Klimapolitik bleibt.

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 Bild: rbb24/Vanessa Materla

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