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Was ist die Tea-App? Das neue Bewertungsportal für Männer geht viral

Was ist die Tea-App? Das neue Bewertungsportal für Männer geht viral

Juli 25, 2025
Monika Schmidt
Was ist die Tea-App? Frauen bewerten Männer anonym mit „Red Flags“. Jetzt auch in Berlin, Paris, Amsterdam – schützt die App oder zerstört sie Leben?

Eine neue App sorgt aktuell international für Aufsehen: Die Tea-App, exklusiv für Frauen, ermöglicht anonyme Bewertungen von Männern anhand sogenannter „Red Flags“ und „Green Flags“. Innerhalb weniger Wochen hat sie die Spitze der US-App-Charts erobert, während hitzige Debatten über Datenschutz, Rufschädigung und weibliche Selbstbestimmung entflammt sind. Darüber berichtet RENEWZ unter Berufung auf NBC News.

Wie funktioniert die Tea-App

Tea wurde 2022 vom US-Entwickler Sean Cook gegründet – inspiriert durch die negativen Online-Dating-Erfahrungen seiner Mutter. Die App hat eine klare Mission: Frauen sollen sich gegenseitig vor gefährlichen oder problematischen Männern schützen können.

Doch das Prinzip ist einfach – und gleichzeitig brisant:

  • Nutzerinnen melden sich mit einem Selfie an (zur Verifizierung ihres Geschlechts, wird danach gelöscht).
  • Sie erhalten Zugriff auf ein Verzeichnis von Männern mit Foto, Vornamen und Standort.
  • Jede Frau kann Männer als „Red Flag“ (Achtung) oder „Green Flag“ (positiv) markieren.
  • Kommentare sind erlaubt – anonym und nicht nachprüfbar.
  • Zusätzlich kann man nach Namen suchen, Warnmeldungen anlegen oder sogar Foto-Rückwärtssuchen und Hintergrundchecks durchführen.

Fakten zur App auf einen Blick

MerkmalBeschreibung
NameTea
GründerSean Cook (USA)
Start2022 (öffentlich bekannt seit 2024)
PlattformiOS (App Store Platz 1 im Juli 2025)
NutzerbasisÜber 4 Millionen Frauen weltweit
Neue Registrierungen900.000+ in wenigen Tagen (Juli 2025)
ZugangNur für Frauen mit Selfie-Verifikation
FinanzierungSelbstfinanziert (laut LinkedIn-Profil des Gründers)
SicherheitsfeaturesScreenshot-Sperre, Anonymität, Hintergrundsuche
KritikAnonymität, Rufschädigung, keine objektive Prüfung möglich

Schutz oder digitaler Pranger

Die App wird offiziell als Schutzraum für Frauen vermarktet. Auf ihrer Webseite bezeichnet sie sich als „mehr als nur eine App – eine Schwesternschaft“ und behauptet, 10 % ihrer Einnahmen an die US-Hotline gegen häusliche Gewalt zu spenden.

Doch BBC und NBC News zeigen, dass sich die Nutzung in der Praxis oft mehr um Klatsch als um Sicherheit dreht. Viele Frauen berichten von eher belanglosen Kommentaren wie „Er ist süß, aber unpünktlich“ oder „Ich habe ihn beim Flirten mit drei Frauen gesehen“.

Cid Walker, 22 Jahre, eine Nutzerin aus Cleveland, sagte gegenüber NBC:

„Ich habe so viele Männer wiedererkannt. Es ist verrückt. Einige hätte ich nie so eingeschätzt.“

Männer in der Defensive – und Gegenreaktionen

Die Plattform bleibt nicht ohne Folgen:

  • Einige Männer fordern in Online-Foren, die App bei Apple zu melden.
  • Die Gegen-App Teaborn schaffte es auf Platz 3 der App-Charts, wurde jedoch wegen Verstößen (u.a. Rachepornos) entfernt.
  • Apple äußerte sich bisher nicht zu den Löschungen.

Tea hingegen blockiert gezielt Screenshots und verlangt die Bestätigung als Frau – beides Maßnahmen, um Missbrauch zu verhindern. Gleichzeitig bleiben alle Kommentare anonym und unbelegt – juristisch ein Graubereich.

Vergleich zu „Are We Dating The Same Guy?“

Die Tea-App erinnert stark an Facebook-Gruppen wie Are We Dating The Same Guy?, die in vielen US-Städten mit Millionen Mitgliedern vertreten sind. Diese Gruppen sind dafür bekannt, toxisches Verhalten von Männern öffentlich zu machen, stehen jedoch regelmäßig wegen möglicher Verleumdung in der Kritik.

Zwei Klagen gegen Administratorinnen in den USA (2023) wurden zwar abgewiesen – doch die Debatte bleibt.

Ein Phänomen mit vielen Fragen

Die Entwickler von Tea geben derzeit keine Interviews. Auch über das konkrete Geschäftsmodell und Datenschutzfragen ist wenig bekannt. Die National Domestic Violence Hotline, die als Spendenempfänger genannt wird, bestätigt nur den Erhalt einer Spende, distanziert sich aber von einer offiziellen Zusammenarbeit:

„Wir können weder die Sicherheit der App validieren noch Aussagen über deren Integrität treffen.“

Zwischen Feminismus und Verantwortung

Die Tea-App stellt eine neue Form digitaler Selbstermächtigung dar – kombiniert mit Risiken für die Privatsphäre und Reputationen.

Kritiker fragen:

  • Wer prüft die Kommentare?
  • Wo endet Schutz, wo beginnt Rufmord?
  • Brauchen Männer ein Gegengewicht – oder ist das nur Ablenkung?

Befürworter sagen:

  • Endlich können Frauen Warnsignale teilen.
  • Anonyme Räume sind für Betroffene oft der einzige Weg.

Wer steckt hinter Tea – und wie verbreitet sich die App in Europa

Die Tea-App wurde 2022 von dem US-Amerikaner Sean Cook gegründet, einem Unternehmer aus Kalifornien. Laut seinem LinkedIn-Profil finanzierte er die App zunächst selbst („self-funded“) und entwickelte sie aus persönlicher Motivation: Seine Mutter war beim Online-Dating mehrfach Opfer von Betrug und Catfishing geworden. Diese Erfahrung inspirierte ihn dazu, einen digitalen Schutzraum nur für Frauen zu schaffen.

Die App wurde Ende 2024 in den USA bekannt – durch virale Beiträge auf TikTok und Reddit. Seit Juli 2025 steht sie auch im europäischen Apple App Store zur Verfügung und verzeichnet rasant steigende Downloadzahlen.

In welchen Städten Europas ist Tea bereits aktiv

Laut öffentlich zugänglichen Standortdaten und Nutzerberichten (Stand Juli 2025), hat sich Tea bereits in mehreren europäischen Metropolen etabliert, darunter:

StadtStatus der App-Nutzung (Juli 2025)
BerlinIn App-Store gelistet, hunderte aktive Nutzerinnen
LondonEine der größten europäischen Communities
AmsterdamZunehmend populär, besonders bei jungen Frauen
BarcelonaHohe Aktivität in Expat-Kreisen
ParisErste Gruppen auf Social Media verlinken Profile
WienNoch in der Anfangsphase, Nutzer steigen
KopenhagenApp-Start im Juni 2025, wächst langsam

In Deutschland ist die App besonders in Berlin, Hamburg und München bekannt geworden – vor allem durch Erwähnungen auf feministischen Plattformen, Reddit-Diskussionen und Influencer-Posts auf Instagram. Viele Nutzerinnen berichten dort über erste Erfahrungen, teilen Screenshots (außerhalb der App, da intern Screenshots blockiert sind) und bewerten das Tool als „nützlich aber gefährlich“.

Wie funktioniert Tea in Europa

Die Funktionsweise ist identisch wie in den USA:

  • Die App ist nur für Frauen zugänglich (Verifikation über Selfie).
  • Männer werden anhand ihrer Vornamen und Fotos anonym bewertet.
  • Nutzerinnen können „Red Flags“ oder „Green Flags“ vergeben.
  • Kommentare können entweder auf Verhalten, Warnungen oder Erfahrungen abzielen.
  • Es gibt Filter, Suchfunktionen und eine Reverse-Image-Search, um Fake-Profile zu entlarven.

Die App ist bisher nur auf Englisch verfügbar, aber in Europa trotzdem zugänglich – viele Nutzerinnen in Deutschland, Frankreich und Spanien verwenden sie trotzdem aktiv, da sie mit internationalen Dating-Apps wie Tinder, Bumble oder Hinge kombinierbar ist.

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