Erdbeben in Neapel: Campi Flegrei bleibt aktiv – Vesuv weiter unter Beobachtung

INGV bestätigt Nachbeben nach starkem Erdstoß vom 18. Juli – Vesuv unter Beobachtung, Alarmstufe bleibt aktiv. Am 19. Juli 2025 haben italienische Behörden erneut seismische Aktivitäten im Gebiet Campi Flegrei bei Neapelregistriert. Das schwerste Ereignis des Tages war ein Erdbeben der Magnitude 1,9, das um 12:22 Uhr in einer Tiefe von ca. 3 km bei Pozzuoli auftrat. Damit setzt sich die seismische Unruhe nach dem Hauptbeben vom 18. Juli (Magnitude 4,0) fort. RENEWZ berichtet unter Berufung auf das Istituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia (INGV), Il Fatto Quotidiano, Comune di Napoli und Sky TG24.
Die Bevölkerung blieb angespannt, aber ruhig. Züge wurden am Vortag teilweise gestoppt, öffentliche Gebäude auf Schäden geprüft. Nach bisherigem Stand wurden keine Verletzten und keine strukturellen Schäden gemeldet.
Tabelle: Seismische Aktivität Campi Flegrei (18.–19. Juli 2025)
Datum | Uhrzeit | Magnitude | Tiefe (km) | Epizentrum |
---|---|---|---|---|
18. Juli | 09:14 | 4,0 | 2,5 | Pozzuoli (Meer) |
19. Juli | 00:29 | 1,6 | 3,0 | Pozzuoli |
19. Juli | 01:03 | 1,1 | 2,6 | Pozzuoli |
19. Juli | 12:22 | 1,9 | 3,2 | Campi Flegrei |
Quelle: INGV Terremoti
Warum ist das Gebiet so gefährlich
Die Campi Flegrei sind ein sogenannter Supervulkan – eine Caldera mit einem Durchmesser von über 12 km, unter der sich riesige Magmamengen sammeln. Seit Jahren beobachten Forscher:
- Bodenhebung in der Zone Rione Terra: derzeit +1,5 cm/Monat
- Gasfreisetzung: u.a. CO₂ und SO₂ in stabil hoher Menge
- Erdbebenschwärme: häufige Mikro-Beben in flacher Tiefe
- Verformungen der Erdoberfläche durch Magmadruck (Bradisismus)
Das Beben vom 18. Juli war das stärkste in der Region seit Jahrzehnten. Zwar war es nicht eruptiv, aber es reiht sich ein in eine Phase gesteigerter vulkanischer Unruhe, wie sie auch in den Jahren 1982–1984 dokumentiert wurde.
Internationale Parallelen im Juli 2025
Vulkan | Land | Aktivität Juli 2025 |
---|---|---|
Kīlauea | Hawaii (USA) | Lavafontänen, Zonen gesperrt |
Reykjanes | Island | Magma-Aufstieg, Evakuierungspläne aktiv |
Popocatépetl | Mexiko | Ascheexplosionen, Alarmstufe Orange |
Taal | Philippinen | Gasanstieg im Kratersee, seismische Schwärme |
Ätna | Sizilien | Ascheausstoß am 16. Juli |
Was ist Bradisismus
Der Begriff bezeichnet ein zyklisches Heben und Senken der Erdoberfläche, verursacht durch aufsteigendes Magma oder Gasansammlungen unter der Caldera. Es ist typisch für Campi Flegrei und ein Frühwarnsignal für mögliche Veränderungen im inneren Drucksystem. Bradisismus führt:
- zu Mikrobeben,
- zu Infrastrukturspannungen,
- zur langfristigen Destabilisierung von Böden.
Derzeit sehen Wissenschaftler keine Anzeichen für einen akuten Ausbruch, aber auch keine Entwarnung.
Was sollten Einwohner und Reisende jetzt wissen
Aktuelle Hinweise von Behörden und Experten:
- „Dies ist ein normaler Teil der vulkanischen Aktivität in dieser Region. Die Sicherheit wird professionell und wissenschaftlich betreut.“ – beruhigende Worte eines erfahrenen Reiseberaters, zitiert nach AmalfiDriver Guides ([turn0search1]).
- „Bewohner werden darüber informiert, dass Evakuierungsmaßnahmen möglich sind, sollte die seismische Aktivität weiter zunehmen.“ – so warnte Euronews bereits im März. Die Regierung hält 500 Millionen € für mögliche Sicherheitsmaßnahmen bereit ([turn0search3]).
- Italienische Zivilschutzbehörde und das INGV empfehlen:
- regelmäßig INGV-Webseite oder lokale Informationskanäle abrufen,
- Reisende sollen sich in gelben oder sicheren Zonen aufhalten – zentrale Stadtbereiche, Amalfiküste und Inseln gelten als dabei besonders sicher ([turn0search1], [turn0search3]).
Handlungsempfehlungen für alle
- Beobachten Sie lokale Nachrichten und offizielle Kanäle (INGV, Zivilschutz).
- Vermeiden Sie die „red zone“, z. B. Pozzuoli und Bacoli, besonders bei einer Zunahme von Beben.
- Seien Sie auf mögliche Evakuierungsanweisungen vorbereitet, es gibt bereits Übungsszenarien und Ruhepläne – auch für Schulen und Gebäude in der Umgebung ([turn0search3]).
- Nutzen Sie zentrale Gebiete Neapels oder die Amalfi-Küste – sind derzeit sichere Aufenthaltsorte für Touristen([turn0search1]).
Die Erde unter Neapel bewegt sich weiter. Während das stärkste Beben vorüber ist, zeigen die Nachbeben vom 19. Juli, dass die vulkanische Aktivität nicht zur Ruhe gekommen ist. Die Behörden behalten die Lage unter Kontrolle – doch die Bevölkerung lebt mit dem Wissen, dass unter ihren Füßen ein Supervulkan schlummert.
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