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Volle Kapazität auf der RE6 – Dieselgestank durch neue Waggons beseitigt

Volle Kapazität auf der RE6 – Dieselgestank durch neue Waggons beseitigt

Juli 18, 2025
Monika Schmidt
MRB behebt Dieselgestank in der RE6 mit neuen Doppelstockwagen. Fahrgäste erhalten volle Sitzplatzkapazität zurück.

Chemnitz/Leipzig, 17. Juli 2025 – RE6 gelöst: Nach über einem Jahr Dieselgestank in der Regionalbahn zwischen Leipzig und Chemnitz können Fahrgäste aufatmen. Die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) setzt ab sofort neue Doppelstockwagen mit geänderter Luftansaugung ein. Damit gilt das technische Problem als behoben – berichtet REnewz unter Berufung auf das Stadtportal Chemnitz. Darüber berichtet RENEWZ.de unter Berufung auf MDR.

Technisches Problem: Abgasbelastung im vorderen Waggon

Hintergrund ist ein Konstruktionsfehler der bisher eingesetzten Waggons. Die Klimaanlagen saugten die Frischluft direkt vom Dach des ersten Wagens an – exakt dort, wo auch die Dieselabgase der Lokomotive austraten. Die Folge: Die Schadstoffe gelangten ungefiltert in den Fahrgastraum. Mehrere Reisende berichteten über Kopfschmerzen, Übelkeit und ein beißendes Reizgefühl in Augen und Nase.

Bereits im Sommer 2024 gingen beim Eisenbahnbundesamt (EBA) zahlreiche Beschwerden ein. Nach einer Prüfung untersagte das Amt im Frühjahr 2025 vorübergehend die Nutzung des ersten Wagens aus gesundheitlichen Gründen, was zu einem erheblichen Platzmangel auf der ohnehin stark frequentierten Strecke führte.

Lösung: Neue Wagen mit seitlicher Luftansaugung

Die nun eingesetzten Doppelstockwagen gehören zu einem anderen Fahrzeugtyp, bei dem die Klimaanlagen seitlich montierte Luftansaugstutzen besitzen. Diese vermeiden den Kontakt mit den Abgasen der Lokomotive.

„Mit der neuen Konfiguration konnten wir das Geruchsproblem im ersten Wagen vollständig eliminieren“, erklärte eine Sprecherin der MRB gegenüber dem Stadtportal Chemnitz. Laut MRB stehen jetzt wieder über 300 Sitzplätze pro Zug zur Verfügung – rund 20 % mehr als im eingeschränkten Betrieb.

Übergang bis zur Lieferung emissionsarmer Akkutriebzüge

Die Maßnahme ist jedoch nur ein Provisorium. Eigentlich sollten bereits 2024 moderne Akkutriebzüge mit emissionsfreier Technologie geliefert werden. Aufgrund von Lieferschwierigkeiten beim Hersteller und Verzögerungen bei der Zulassung rechnet die MRB erst zum Fahrplanwechsel im Dezember 2025 mit dem Regelbetrieb dieser Fahrzeuge.

Bis dahin wird auf der Linie RE6 ein gemischter Ersatzbetrieb aus neuen Waggons und zusätzlichen Expressbussenaufrechterhalten. Diese Busse fahren noch bis Freitagabend zwischen Chemnitz und Leipzig und sollen Engpässe bei Stoßzeiten ausgleichen.

Stimmen aus der Region: Kritik und Hoffnung

Die Bürgerinitiative „Bahn für Sachsen“ übte bereits mehrfach scharfe Kritik am Umgang der Verantwortlichen mit der Situation. In einem öffentlichen Schreiben ist von einem „Kollaps des Betriebsmanagements“ und „massiver Gefährdung der Fahrgäste durch unterlassene Reaktion“ die Rede.

Auch Chemnitz' Oberbürgermeister Sven Schulze (CDU) äußerte sich nun zum Fortschritt:

„Ein starkes Sachsen braucht eine starke Bahn. Die neuen Waggons sind ein erster Schritt in die richtige Richtung. Doch wir brauchen langfristige Lösungen und verlässliche Infrastruktur.“

Was bedeutet das für Fahrgäste

Für Pendler und Touristen bedeutet die Rückkehr zur vollen Sitzplatzkapazität vor allem mehr Komfort, kürzere Wartezeiten und eine deutlich geringere Geruchsbelastung. Wer in den kommenden Monaten die Linie RE6 nutzt, profitiert zudem von flexiblen Umstiegsoptionen mit dem Expressbus sowie reduzierten Fahrgastzahlen pro Waggon.

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Bild von  Ingolf Wappler -lvz.de

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