Regenwasser für Garten, Toilette & mehr: Was ist erlaubt – was nicht? 5 Tipps zur Sammlung

Regenwasser ist eine wertvolle Ressource, die kostenlos vom Himmel fällt und vielseitig im Alltag genutzt werden kann – sei es im Garten, für die Toilette oder zur Reinigung. Doch wie sauber ist Regenwasser wirklich? Und was ist in Deutschland erlaubt? Über Nutzungsmöglichkeiten, rechtliche Rahmenbedingungen und praktische Lösungen zur Regenwasserspeicherung berichtet RENEWZ.de .
Ist das Auffangen von Regenwasser erlaubt
In Deutschland ist das Sammeln von Regenwasser grundsätzlich erlaubt und wird vielerorts sogar als umweltpolitisch sinnvoll gefördert. Klassische Regentonnen oder oberirdische Behälter auf Privatgrundstücken sind genehmigungsfrei. Erst bei größeren unterirdischen Speichern (wie Zisternen) oder bei Einleitung in die Hausversorgung gelten Melde- und teilweise Genehmigungspflichten.
Praxistipp: Bei geplanten Anlagen über 2.000 Liter lohnt sich die Rücksprache mit dem örtlichen Bauamt. In einigen Kommunen gibt es zudem Förderprogramme für Zisternen und Regenwassernutzungsanlagen.
Ist Regenwasser trinkbar
Rein meteorologisch betrachtet, ist frisch gefallener Regen weitgehend frei von Verunreinigungen. Doch sobald das Wasser mit Dächern, Dachrinnen oder Fallrohren in Berührung kommt, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit der Verunreinigung durch Partikel, Vogelkot, Laub, Schwermetalle oder Biofilme. Die deutsche Trinkwasserverordnung (TrinkwV) erlaubt daher keine Nutzung von Regenwasser als Trinkwasser.
Praxistipp: Auch wenn spezielle Filteranlagen eine Reinigung ermöglichen, sind diese aufwendig, wartungsintensiv und teuer. Für Privathaushalte wird daher grundsätzlich vom Trinken des Regenwassers abgeraten.
Wofür darf Regenwasser genutzt werden
Die erlaubte und sinnvolle Nutzung von Regenwasser ist breit gefächert – besonders im Garten und Außenbereich, aber auch im Haushalt.
Zulässige Nutzungen
- Gartenbewässerung (Beete, Rasen, Kübelpflanzen)
- Reinigung von Terrassen, Gartenmöbeln, Fahrrädern
- WC-Spülung (mit separatem Leitungssystem)
- Waschmaschinen (in Verbindung mit zertifizierter Anlage)
- Befüllung von Gartenteichen und Zierbrunnen
Nicht erlaubt
- Trinken oder Kochen
- Körperpflege (Duschen, Baden)
- Reinigung von Lebensmitteln oder Geschirr
Praxistipp: Pflanzen profitieren vom Regenwasser, da es kalkfrei und weich ist. Besonders empfindliche Gewächse gedeihen damit besser als mit Leitungswasser.
Welche Systeme eignen sich für die Sammlung
Die Auswahl des passenden Sammelsystems hängt von Grundstücksgröße, Budget und Nutzungsziel ab.
Systemtyp | Volumen | Vorteile | Geeignet für |
---|---|---|---|
Regentonne mit Deckel | 200–500 L | kostengünstig, einfach | Garten, Kleingarten |
Regendieb am Fallrohr | – | filtert groben Schmutz, leicht nachrüstbar | Reihenhäuser, Balkone |
Unterirdische Zisterne | 3.000–10.000 L | frostsicher, kein Platzverlust | große Grundstücke, Haushalt |
IBC-Tank mit Pumpe | 1.000–3.000 L | hohe Verfügbarkeit, druckfähig | Landhäuser, Gewächshäuser |
Praxistipp: Bei mehreren Tonnen empfiehlt sich die Reihenschaltung. Diese sorgt für gleichmäßige Befüllung und spart Platz. Achten Sie jedoch im Winter auf Entleerung oder Frostschutz.
Regenwasser im Haushalt: Vorteile und Nachteile
Vorteile
- Spart Trinkwasser und damit Gebühren
- Umweltfreundlich und nachhaltig
- Unabhängigkeit bei Wasserengpässen
Details: Ein Vierpersonenhaushalt kann mit einer Zisterne bis zu 50.000 Liter Trinkwasser jährlich durch Regenwasser ersetzen. Das spart rund 250 € pro Jahr – abhängig von regionalen Gebühren.
Nachteile
- Hohe Anschaffungskosten (Anlage, Filter, Technik)
- Wartungsaufwand (Filterreinigung, Winterentleerung)
- Risiko der Keimbelastung bei schlechter Pflege
Praxistipp: Für Toilettenspülung und Waschmaschine sind separate Leitungen und ein automatischer Umschalter auf Trinkwasser notwendig – falls der Regenwassertank leer ist.
Rechtliches: Was ist erlaubt, was verboten
- Regenwasser sammeln verboten? Nein. Verboten ist nur die ungenehmigte Einleitung in öffentliche Gewässer oder in Nachbargrundstücke.
- Wie viel Regenwasser darf ich sammeln? Es gibt keine feste Obergrenze. Entscheidend ist die zulässige Nutzung.
- Regenwasser Toilettenspülung – Gebühren? Ja, sofern das Wasser nach der Nutzung in die Kanalisation fließt, fällt oft eine Abwassergebühr an. Diese muss bei der Kommune angemeldet werden.
- Regenwasser ableiten – wohin? Erlaubt sind: Versickerung auf dem Grundstück, Einleitung in Regenwasserkanäle, Nutzung. Nicht erlaubt ohne Genehmigung: Einleitung in Seen, Flüsse oder fremde Grundstücke.
Praxistipp: Informieren Sie sich bei Ihrer Gemeinde über lokale Wassergesetze (Landeswassergesetz) und Meldepflichten. Viele Städte bieten Infoblätter oder Online-Portale zur Orientierung.
Regenwassernutzung lohnt sich – mit Verantwortung
Regenwasser darf in Deutschland nicht getrunken werden, aber es ist ideal für Garten, Haushalt und Umwelt. Wer gezielt sammelt und sinnvoll nutzt, spart nicht nur Geld, sondern leistet auch einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz.
Ob Regentonne oder Zisterne – wichtig sind ein geeigneter Standort, ein geschlossener Deckel, ein Überlaufschutz und regelmäßige Wartung. Wer eine Nutzung im Haushalt plant, sollte zudem auf rechtssichere Technik und die Anmeldung bei der Kommune achten.
5 praktische Tipps zur Sammlung und Nutzung von Regenwasser
- Nutzen Sie ein Fallrohr mit Regendieb
Installieren Sie an einem Fallrohr Ihrer Dachrinne einen sogenannten Regensammler (auch „Regendieb“ genannt). Dieses System filtert groben Schmutz wie Laub oder Moos und leitet das Wasser direkt in Ihre Regentonne – ideal für Einsteiger und kostengünstig. - Stellen Sie die Regentonne schattig und stabil auf
Wählen Sie einen Platz im Schatten, um Algenbildung zu vermeiden, und achten Sie auf einen ebenen, festen Untergrund. Ein Podest oder Betonplatte verhindert ein Umkippen und erleichtert das Befüllen der Gießkanne. - Fangen Sie Regenwasser nur nach den ersten Minuten auf
Bei längerem Trockenwetter enthalten die ersten Liter viele Ablagerungen vom Dach (Staub, Pollen, Vogelkot). Lassen Sie den ersten Schwall ablaufen und sammeln Sie danach sauberes Wasser – besonders wichtig bei Nutzung für Waschmaschine oder WC-Spülung. - Verwenden Sie Regenwasser zur Gartenbewässerung
Ideal geeignet für Blumen, Gemüsebeete und Rasenflächen – Regenwasser ist kalkfrei und hat die perfekte Temperatur. Dadurch wird der pH-Wert des Bodens nicht verändert, was empfindliche Pflanzen schützt. - Sammeln Sie größere Mengen mit Zisternen oder IBC-Tanks
Wenn Sie Regenwasser auch für die Toilette oder Waschmaschine nutzen möchten, empfiehlt sich eine unterirdische Zisterne (3.000–10.000 Liter). Für große Gärten sind IBC-Container mit Pumpe eine platzsparende Alternative – so lässt sich auch ein Bewässerungssystem anschließen.
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