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Arthrose: Das unterschätzte Risiko ab 50 – was frühzeitig zu beachten ist

Arthrose: Das unterschätzte Risiko ab 50 – was frühzeitig zu beachten ist

Juli 12, 2025
Monika Schmidt
Arthrose betrifft über 9 Mio. Deutsche – erste Symptome wie Morgensteifigkeit bleiben oft unbemerkt. So erkennen Sie die Warnzeichen rechtzeitig.

Arthrose ist in Deutschland eine der häufigsten chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates. Nach aktuellen Schätzungen des Robert Koch-Instituts leiden rund 9,5 Millionen Menschen im Alter von 40 bis 80 Jahren an verschiedenen Formen von Arthrose – Tendenz steigend. Besonders häufig betroffen sind die großen Gelenke wie Knie, Hüfte und Schulter. Auch die Finger- und Wirbelgelenke weisen im höheren Alter degenerative Veränderungen auf, die langfristig zur Einschränkung der Beweglichkeit führen können, berichtet renewz.de.

Erste Anzeichen bleiben oft unbeachtet

Die Krankheit beginnt meist schleichend. In den frühen Stadien treten keine Schmerzen auf, weshalb viele Betroffene die Warnzeichen ignorieren oder als altersbedingt abtun. Zu den ersten Symptomen zählen morgendliche Gelenksteifigkeit, ein Spannungsgefühl in belasteten Gelenken oder das sogenannte „Anlaufschmerz“, der nach Ruhephasen auftritt und nach wenigen Minuten Bewegung wieder verschwindet.

Diese Signale werden selten ärztlich abgeklärt. Dabei wäre gerade in der Frühphase der Krankheitsverlauf durch gezielte Maßnahmen noch gut zu beeinflussen. Orthopäden empfehlen daher, Beschwerden ab dem 50. Lebensjahr nicht auf die leichte Schulter zu nehmen – insbesondere dann, wenn bereits familiäre Vorbelastungen bekannt sind.

Was im Gelenk passiert

Arthrose ist eine degenerative Erkrankung des Gelenkknorpels. Dieser wirkt im gesunden Zustand als Stoßdämpfer zwischen den Gelenkflächen. Bei einer beginnenden Arthrose verliert der Knorpel an Elastizität und Dicke. Durch die ständige mechanische Belastung entstehen feine Risse, die sich allmählich ausweiten. In der Folge reiben die Gelenkflächen direkt aufeinander, was zu Schmerzen, Entzündungen und in späteren Stadien auch zu sichtbaren Deformationen führen kann.

Die Ursachen sind vielfältig: Neben altersbedingtem Verschleiß spielen Übergewicht, frühere Verletzungen, genetische Faktoren sowie mangelnde Bewegung eine zentrale Rolle. Auch berufliche Belastungen – etwa kniende Tätigkeiten im Handwerk oder ständiges Treppensteigen – gelten als Risikofaktoren.

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose erfolgt durch klinische Untersuchung, ergänzt durch bildgebende Verfahren wie Röntgen oder MRT. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. In der Regel wird zunächst konservativ behandelt – durch Bewegungstherapie, Gewichtsreduktion, entzündungshemmende Medikamente und physikalische Anwendungen.

Bei fortgeschrittenem Gelenkverschleiß kann ein operativer Eingriff erforderlich werden, etwa in Form eines Gelenkersatzes (Endoprothese). In Deutschland werden jährlich über 250.000 künstliche Knie- oder Hüftgelenke implantiert. Auch minimalinvasive Verfahren wie Gelenkspülungen oder Knorpelglättungen kommen je nach Befund zum Einsatz.

Wie Sie sich bei Arthrose im Alltag verhalten sollten

Bei Arthrose ist es wichtig, ein ausgewogenes Maß zwischen Schonung und gezielter Bewegung zu finden. Vermeiden Sie plötzliche, ruckartige Bewegungen und lange Belastung in einer Position – etwa Stehen oder Knien. Stattdessen empfiehlt sich regelmäßige, gelenkschonende Aktivität wie Spazierengehen, leichtes Radfahren oder Wassergymnastik. Versuchen Sie, Ihre Gelenke warm zu halten, besonders morgens oder bei Wetterumschwüngen. Achten Sie auf rutschfeste Schuhe und stabile Möbel, um Stürze zu vermeiden. Nehmen Sie Hilfsmittel wie Gehstützen oder ergonomische Sitzkissen ohne Scheu an – sie dienen der Sicherheit und entlasten Ihre Gelenke. Hören Sie auf Ihren Körper: Bei akuten Schmerzen ist es ratsam, das Tempo zu reduzieren, aber nicht ganz auf Bewegung zu verzichten. Sprechen Sie regelmäßig mit Ihrem Arzt oder Ihrer Physiotherapeutin über Anpassungen im Alltag – kleine Veränderungen können eine große Wirkung haben.

Prävention: Möglichkeiten und Grenzen

Ein vollständiger Schutz vor Arthrose ist nicht möglich. Dennoch lassen sich durch präventive Maßnahmen das Risiko und die Geschwindigkeit des Krankheitsverlaufs deutlich senken. Empfohlen werden regelmäßige, gelenkschonende Bewegungsformen wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking. Wichtig ist, eine Überbelastung der Gelenke – etwa durch falsches Training oder langes Stehen – zu vermeiden.

Zudem spielt die Ernährung eine Rolle: Eine kalorienbewusste, entzündungshemmende Kost mit ausreichender Zufuhr von Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und Antioxidantien kann den Gelenkstoffwechsel unterstützen. Auch das Körpergewicht sollte möglichst im Normalbereich gehalten werden – jedes Kilogramm Übergewicht erhöht die Belastung auf die Kniegelenke erheblich.

Arthrose ist keine Alterserscheinung, sondern eine ernstzunehmende, fortschreitende Erkrankung. Ihr Verlauf lässt sich durch rechtzeitige Maßnahmen erheblich verlangsamen. Wer frühzeitig auf Warnzeichen achtet, regelmäßig in Bewegung bleibt und ärztliche Vorsorge nutzt, kann die Lebensqualität auch im höheren Alter erhalten.

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