Warum stottert Charlie Hunnam in Monster Netflix? Seine Erklärung zeigt, was an Andrew erfunden ist

Monster Netflix ist seit dem 17. September 2026 mit „The Lizzie Borden Story“ zurück, und Charlie Hunnam fällt in der vierten Staffel nicht nur durch seine erneute Besetzung innerhalb der Anthologie auf. Als Andrew Borden, Vater der von Ella Beatty gespielten Lizzie, spricht er mit einem markanten Stottern, für das es nach eigener Aussage des Schauspielers keinen historischen Beleg gibt. Im Drehbuch war lediglich eine einzelne Situation vorgesehen, in der Andrew unter starkem emotionalem Druck ins Stocken gerät; Hunnam übertrug dieses Merkmal anschließend auf die gesamte Figur. Damit gehört ausgerechnet eines der auffälligsten Details seiner Darstellung nicht zur bekannten Biografie des Mannes, der am 4. August 1892 gemeinsam mit seiner Frau Abby in Fall River, Massachusetts, getötet wurde. Die Trennung zwischen überliefertem Fall und dramatisierter Netflix-Figur ist deshalb zentral für die Einordnung der neuen Staffel, berichtet RENEWZ.de im Zusammenhang mit der Serie.
Die neue Monster The Lizzie Borden Story erzählt einen der bekanntesten ungeklärten Mordfälle der amerikanischen Kriminalgeschichte aus einer deutlich fiktionalisierten Perspektive. Lizzie Borden wurde wegen der Tötung ihres Vaters Andrew und ihrer Stiefmutter Abby angeklagt, später jedoch freigesprochen; die Fall River Historical Society verwahrt bis heute umfangreiche Originalmaterialien zum Fall und bezeichnet ihn als eines der berühmtesten ungelösten Rätsel dieser Art. Netflix wiederum präsentiert die Staffel ausdrücklich als dramatische Interpretation und besetzt Ella Beatty als Lizzie, Vicky Krieps als Bridget Sullivan, Rebecca Hall als Abby Borden und Hunnam als Andrew. Die auffällige Stimme des Vaters gehört dabei zur Interpretation des Schauspielers und nicht zu den gesicherten Fakten über die historische Person.
Das Stottern erzählt etwas über Netflix’ Andrew Borden, aber nichts Belastbares über die Stimme des realen Andrew Borden.
Monster Netflix erklärt Charlie Hunnams Stottern als Schauspielentscheidung
Für Charlie Hunnam Andrew Borden beginnt die auffälligste Veränderung bereits bei der Stimme. Hunnam erklärte, dass er ein Drehbuch normalerweise immer wieder liest, bis sich Rhythmus, Tonlage und sprachliche Eigenheiten einer Figur herausbilden. Bei Andrew Borden habe er dabei früh ein Stottern gehört, obwohl ihm bewusst gewesen sei, dass dieses Detail historisch nicht dokumentiert ist. Der ursprüngliche Text enthielt nach seiner Darstellung nur eine Szene, in der Andrew in einer emotional belastenden Situation stottert. Aus diesem begrenzten Moment entwickelte Hunnam eine wiederkehrende Sprechweise.
„That’s not historically accurate. There’s nothing to indicate that he actually had a stutter.“
(Charlie Hunnam im Gespräch mit CBR, September 2026, über die Stimme von Andrew Borden)
Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Drehbuch und Darstellung. Das Stottern wurde demnach nicht als historisches Merkmal recherchiert und anschließend reproduziert. Hunnam nahm einen einzelnen Impuls aus dem Skript und machte daraus einen Bestandteil seiner Rollenarbeit. Seine Erklärung lässt keinen Raum für die Annahme, die Serie habe damit eine bislang unbekannte Eigenschaft Andrew Bordens rekonstruiert.
Hunnam beschrieb außerdem, dass er Dialoge vergleichsweise schnell verinnerliche und anschließend immer wieder durchgehe. Dabei habe sich die Stimme zunehmend von selbst entwickelt. „That stutter and that voice just started to present itself to me“, sagte der Schauspieler über diesen Prozess. Die Entscheidung ist deshalb eher mit Körperhaltung, Tempo oder Akzent vergleichbar als mit einem biografischen Fakt: Sie soll den Seriencharakter formen.
Eine historische Behauptung macht Hunnam aus dieser Entscheidung ausdrücklich nicht.
Die Wahl passt zu einer Serie, die reale Personen mit stark ausgearbeiteten psychologischen Deutungen verbindet. In der Netflix-Fassung wird Andrew als verbitterter und harter Vater gezeichnet. Der offizielle Cast-Guide von Netflix beschreibt die Figur als einen Mann, der nach dem Tod von Lizzies Mutter bitter und unfreundlich geworden sei; zugleich weist diese Beschreibung bereits auf die erzählerische Perspektive der Serie hin und darf nicht mit einer neutralen historischen Biografie gleichgesetzt werden.
Hunnams Stottern erfüllt innerhalb dieser Konstruktion mehrere Funktionen:
- Es macht Anspannung hörbar, bevor eine Szene offen eskaliert.
- Es unterscheidet Andrew deutlich von Hunnams vorheriger „Monster“-Rolle als Ed Gein.
- Es gibt der Figur einen wiedererkennbaren sprachlichen Rhythmus.
- Es überträgt einen im Drehbuch punktuell vorgesehenen Kontrollverlust auf weitere Szenen.
- Es gehört zur psychologischen Interpretation der Rolle, nicht zum belegten historischen Material.
Damit verschiebt sich auch die Frage, wie die Darstellung bewertet werden muss. Nicht jede erfundene Einzelheit ist automatisch ein Fehler innerhalb eines historischen Dramas. Problematisch wird die Grenze dort, wo eine fiktionale Eigenschaft vom Publikum als dokumentierter Bestandteil der realen Biografie verstanden werden könnte. Hunnams eigene Einordnung verhindert genau diese Vermischung zumindest beim Stottern.
Lizzie Borden bei Netflix trennt historische Fakten und Fiktion
Die Lizzie Borden Netflix-Staffel basiert auf einem realen Verbrechen, erzählt den Fall aber nicht wie eine Dokumentation. Am 4. August 1892 wurden Andrew Jackson Borden und Abby Durfee Borden in ihrem Haus in Fall River getötet. Lizzie wurde angeklagt und vor Gericht gestellt, aber von den gegen sie erhobenen Vorwürfen freigesprochen. Die Fall River Historical Society, die Originalstücke, Prozessmaterialien, Fotografien und weitere Primärquellen besitzt, betont ausdrücklich diesen Freispruch.
Netflix wählt für die Serie eine wesentlich eindeutigere dramatische Perspektive. In der offiziellen Beschreibung von „Monster: The Lizzie Borden Story“ wird Lizzie als junge Frau präsentiert, die in einem von Demütigung und Grausamkeit geprägten Haushalt lebt und aus dieser Situation in Fantasien von Macht, Sexualität und Rache ausbricht. Das ist die erzählerische Konstruktion der Serie, nicht das Ergebnis des historischen Gerichtsverfahrens. Die Netflix-Darstellung des tatsächlichen Falls hält zugleich fest, dass Borden wegen der Morde angeklagt wurde und der Fall mehr als ein Jahrhundert später weiter diskutiert wird.
Was bei Andrew Borden belegt ist und was die Serie ergänzt
| Detail | Historischer Stand | Darstellung in „Monster“ |
|---|---|---|
| Tod von Andrew Borden | Andrew Borden wurde am 4. August 1892 getötet | Sein Tod gehört zum Zentrum der Handlung |
| Lizzie als Verdächtige | Sie wurde angeklagt und anschließend freigesprochen | Die Serie entwickelt eine eigene dramatische Interpretation ihrer Rolle |
| Andrews Stottern | Kein bekannter historischer Beleg; Hunnam bestätigt das selbst | Wiederkehrendes Merkmal seiner Sprache |
| Ursprung des Stotterns | Keine überlieferte biografische Grundlage | Ein Skriptmoment unter emotionalem Druck wurde von Hunnam erweitert |
| Charakterzeichnung | Historische Quellen dokumentieren Leben, Familie und Fall | Netflix verdichtet Andrew zu einer stark psychologisierten Serienfigur |
Die Tabelle zeigt, weshalb das Stottern für die Diskussion über historische Genauigkeit besonders aufschlussreich ist. Hier existiert kein Streit darüber, ob ein bestimmtes Dokument richtig interpretiert wurde. Der Schauspieler selbst sagt, dass die Eigenschaft nicht aus dem historischen Material stammt. Sie wurde für die Figur entwickelt.
Bei anderen Elementen ist die Trennlinie komplizierter. Historische Personen hinterlassen Gerichtsakten, Aussagen, Geschäftsunterlagen oder Briefe, aber keine vollständige Erklärung ihrer Gedanken und Motive. Eine Dramaserie muss solche Lücken zwangsläufig ausgestalten, wenn sie private Gespräche, familiäre Konflikte und psychologische Entwicklungen zeigen will. Gerade deshalb ist bei Monster Staffel 4 entscheidend, zwischen dokumentierter Chronologie und erzählter Innenwelt zu unterscheiden.
Andrew Bordens Stimme ist ein besonders klarer Fall, weil Ursprung und Funktion der Erfindung vom Schauspieler selbst offengelegt wurden.
Monster Staffel 4 bringt Charlie Hunnam direkt nach Ed Gein zurück
Hunnams Auftritt besitzt noch eine zweite Besonderheit: Netflix setzt denselben Schauspieler unmittelbar nach seiner Hauptrolle als Ed Gein erneut innerhalb der Anthologie ein. In „Monster: The Ed Gein Story“ spielte Hunnam die zentrale Figur der dritten Staffel; in „The Lizzie Borden Story“ wechselt er zu Andrew Borden. Netflix führt die neue Produktion offiziell als vierten Teil der von Ryan Murphy und Ian Brennan entwickelten „Monster“-Reihe.
Showrunner Ian Brennan erklärte die schnelle Rückkehr Hunnams ungewöhnlich offen.
„We just didn't want to say goodbye to him.“
(Ian Brennan bei Netflix Tudum, 17. September 2026, über Charlie Hunnams Rückkehr als Andrew Borden)
Brennan verband die Besetzung zugleich mit einem konkreten Problem der Figur. Andrew sollte nach seiner Aussage nicht lediglich als eindimensional unangenehmer Mann erscheinen. Hunnams Präsenz sollte der Rolle zusätzliche Ebenen geben, während Kostüm, Bart, Perücke und Stimme genügend Abstand zu Ed Gein schaffen. Die erneute Besetzung funktioniert damit nicht wie die Fortsetzung einer Figur, sondern eher wie ein Ensembleprinzip, bei dem bekannte Darsteller in völlig neuen historischen Rollen auftauchen.
Die vierte Staffel stellt dabei erstmals innerhalb der Anthologie eine Frau ins Zentrum. Ella Beatty spielt Lizzie Borden, Vicky Krieps die im Haushalt lebende Bridget „Maggie“ Sullivan, Rebecca Hall Lizzies Stiefmutter Abby und Billie Lourd ihre ältere Schwester Emma. Jessica Barden übernimmt die Rolle der Schauspielerin Nance O’Neil, während Sarah Paulson als Aileen Wuornos auftritt. Netflix nutzt den Fall Borden damit nicht ausschließlich für eine chronologische Rekonstruktion des Jahres 1892, sondern verbindet ihn mit weiteren Figuren und späteren kulturellen Nachwirkungen.
Die wichtigsten Eckdaten der Staffel sind damit klar:
- „Monster: The Lizzie Borden Story“ startete am 17. September 2026 bei Netflix.
- Es handelt sich um die vierte Staffel der „Monster“-Anthologie.
- Ella Beatty übernimmt die Titelrolle der Lizzie Borden.
- Charlie Hunnam spielt ihren Vater Andrew Borden direkt nach seiner vorherigen Rolle als Ed Gein.
- Das wiederkehrende Stottern Andrew Bordens ist Hunnams Schauspielentscheidung und kein gesicherter historischer Befund.
- Der reale Fall endete für Lizzie Borden mit einem Freispruch; niemand wurde für die beiden Morde verurteilt.
Auch Ella Beatty beschreibt ihre Lizzie nicht als neutrale Rekonstruktion einer Aktenfigur, sondern als eine Frau, deren Verhalten aus den gesellschaftlichen Begrenzungen ihrer Zeit heraus interpretiert wird.
„She is the perfect example of a creature of their time.“
(Ella Beatty bei Netflix Tudum, 17. September 2026, über ihre Interpretation von Lizzie Borden)
Dieser Ansatz erklärt, warum die Serie so viele Entscheidungen über Sprache, Verhalten und Beziehungen treffen muss, die sich nicht aus Gerichtsakten allein ableiten lassen. Für die historische Einordnung bleibt trotzdem entscheidend, welche Details nachweisbar sind. Beim Stottern existiert diese Unklarheit nicht: Hunnam bezeichnet es selbst als historisch unzutreffend und erklärt, dass die Idee während seiner Arbeit mit dem Drehbuch entstand.
Warum stottert Charlie Hunnam in Monster auf Netflix?
Charlie Hunnam stottert als Andrew Borden, weil er dieses sprachliche Merkmal während der Vorbereitung der Rolle entwickelte. Das Drehbuch sah nach seiner Aussage nur einen einzelnen Moment des Stotterns unter emotionalem Druck vor. Hunnam weitete das Motiv auf seine Darstellung der Figur aus.
Hat der echte Andrew Borden gestottert?
Dafür gibt es nach Hunnams eigener Aussage keinen historischen Hinweis. Das Stottern sollte deshalb nicht als biografische Information über Andrew Borden verstanden werden.
Wer spielt Lizzie Borden in der neuen Monster-Staffel?
Ella Beatty spielt Lizzie Borden. Zum weiteren Hauptensemble gehören Charlie Hunnam als Andrew Borden, Rebecca Hall als Abby Borden und Vicky Krieps als Bridget Sullivan. Netflix veröffentlichte die Staffel am 17. September 2026.
Wurde Lizzie Borden wegen der Morde verurteilt?
Nein. Lizzie Borden wurde wegen der Tötung ihres Vaters und ihrer Stiefmutter angeklagt, im anschließenden Verfahren jedoch freigesprochen. Der historische Fall blieb ungeklärt, auch wenn „Monster“ für seine Handlung eine wesentlich konkretere dramatische Version der Ereignisse entwirft.
Ist Monster: The Lizzie Borden Story eine Dokumentation?
Nein. Die Produktion ist eine fiktionalisierte True-Crime-Dramaserie innerhalb der „Monster“-Anthologie von Ryan Murphy und Ian Brennan. Reale Personen, Orte und zentrale Ereignisse bilden die Grundlage, doch Dialoge, psychologische Motive und einzelne Eigenschaften der Figuren werden für die dramatische Erzählung ausgestaltet.
Was ist am Stottern für die Serie wichtig?
Das Detail zeigt ungewöhnlich deutlich, wie Monster Netflix Charlie Hunnam zwischen historischem Material und Schauspielinterpretation arbeiten lässt. Bei Andrew Borden stammt das auffällige Stottern nicht aus den bekannten Quellen zum Mordfall von 1892, sondern aus Hunnams eigener Entwicklung der Figur. Genau deshalb sollte es als Bestandteil seiner Performance gelesen werden und nicht als neue Information über den realen Vater von Lizzie Borden.
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