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Großflächiger Stromausfall in Berlin: Zehntausende Haushalte bis Donnerstag ohne Strom

Großflächiger Stromausfall in Berlin: Zehntausende Haushalte bis Donnerstag ohne Strom

Januar 3, 2026
James Whitmore
Nach einem gezielten Brandanschlag sind rund 45.000 Haushalte im Südwesten Berlins ohne Strom. Die Reparaturen dauern voraussichtlich bis Donnerstag.

Ein großflächiger Stromausfall im Südwesten Berlins, der am Samstagmorgen begann, wird nach Angaben des Netzbetreibers mindestens bis Donnerstag andauern. Zehntausende Menschen sind weiterhin ohne Strom, Telefonverbindung und funktionierende Heizungen, berichtet Renewz unter Berufung auf Stromnetz Berlin.

Nach aktuellem Stand sind rund 45.000 Haushalte von der Unterbrechung der Strom- und Telekommunikationsversorgung betroffen. In zahlreichen Gebäuden sind zudem die Heizungsanlagen ausgefallen, was die Situation angesichts winterlicher Temperaturen erheblich verschärft. Neben Privathaushalten sind etwa 2.200 Gewerbekunden betroffen, darunter Unternehmen, Dienstleistungsbetriebe und Einrichtungen der sozialen Infrastruktur.

Der Netzbetreiber Stromnetz Berlin teilte mit, dass im Ortsteil Lichterfelde die Aussicht besteht, die Stromversorgung für etwa 10.000 Haushalte früher als geplant wiederherzustellen. Für den Großteil der betroffenen Gebiete bleibt es jedoch bei einer mehrtägigen Unterbrechung, da die Schadenslage komplex ist und umfangreiche Reparaturarbeiten erforderlich sind.

Gezielter Brandanschlag als Ursache identifiziert

Die Ermittlungsbehörden bestätigten inzwischen, dass der massive Stromausfall durch eine vorsätzliche Brandstiftung ausgelöst wurde. Hinter einem Container brach ein Feuer aus, das mehrere Kabeltrassen beschädigte. Polizei und Feuerwehr sind seitdem im Dauereinsatz. Spezialisten des Landeskriminalamtes sicherten am Tatort Spuren auf einem verschneiten Uferweg, der zum Brandort führt. Dabei wurden Schneeproben für weitere kriminaltechnische Untersuchungen entnommen.

Nach Einschätzung der Ermittler setzten die Täter detaillierte Kenntnisse der Energieinfrastruktur voraus. Als mögliche Tatmotive werden sowohl linksextremistische Hintergründe als auch eine gezielte Sabotage mit externer Steuerung geprüft. Sicherheitskreise schließen dabei auch einen Zusammenhang mit geopolitischen Spannungen im Kontext der Unterstützung der Ukraine nicht aus.

Stellungnahme des Berliner Senats

Die Berliner Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Franziska Giffey, sprach von einem besonders schweren Stromausfall. Betroffen seien nicht nur Wohngebiete und Unternehmen, sondern auch Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen sowie zahlreiche soziale Institutionen. Das Ausmaß übertreffe die Folgen des Stromausfalls in Adlershof im September 2025. Zusätzlich würden Frost und gefrorener Boden die Reparaturarbeiten erheblich erschweren.

Giffey appellierte an die Bevölkerung, sofern möglich, vorübergehend bei Freunden oder Familienangehörigen außerhalb der betroffenen Gebiete unterzukommen. Polizei und Feuerwehr informieren fortlaufend über aktuelle Maßnahmen und Notfallpläne.

Die Situation wird zusätzlich durch eine ausgeprägte Kälteperiode belastet. Meteorologen rechnen in den kommenden Tagen mit anhaltendem Dauerfrost. Laut dem Meteorologen Dominik Jung können die Temperaturen in den Nachtstunden auf bis zu minus 10 Grad sinken. Zudem wird wiederholt mit Schneefällen gerechnet.

Notunterkünfte und Anlaufstellen eingerichtet

Im Bezirk Steglitz-Zehlendorf bereiten die Behörden gemeinsam mit Hilfsorganisationen Notunterkünfte für betroffene Bewohner vor. Geplant ist die Nutzung von Sporthallen und weiteren öffentlichen Gebäuden, konkrete Standorte wurden bislang noch nicht veröffentlicht.

Die Berliner Feuerwehr richtete bereits drei Anlaufstellen für Information und Hilfe ein: im Rathaus Wannsee, am Mexikoplatz sowie auf dem Gelände der Carl-Schumann-Sportanlage in der Osdorfer Straße. Insgesamt sind mehr als 350 Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks und weiterer Organisationen vor Ort, um Notstromversorgung sowie beheizte Zelte bereitzustellen.

Empfehlungen für betroffene Bewohner

Die Einsatzkräfte raten den Bewohnern der betroffenen Gebiete, Wärme in den Wohnungen möglichst zu bewahren, den Einsatz offenen Feuers zu vermeiden und sich regelmäßig über offizielle Kanäle von Polizei und Feuerwehr zu informieren. Bei gesundheitlichen Problemen oder akuten Notlagen sollten die eingerichteten Anlaufstellen aufgesucht werden, wo Wärme, Informationen und unmittelbare Hilfe zur Verfügung stehen.

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