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MAD-Bericht 2025: Spionage und Rechtsextremismus gefährden Bundeswehr akut

MAD-Bericht 2025: Spionage und Rechtsextremismus gefährden Bundeswehr akut

Dezember 9, 2025
James Whitmore
Der MAD-Jahresbericht 2025 warnt: Die Bedrohung der Bundeswehr durch russische Spionage und Sabotage ist auf einem Höchststand. Auch Rechtsextremismus in der Truppe nimmt zu.

Die Bedrohungslage für die deutschen Streitkräfte hat nach Einschätzung des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) einen neuen Höhepunkt erreicht. Im aktuellen Jahresbericht stellt der Geheimdienst fest, dass die Gefahr durch Spionage- und Sabotageversuche „so präsent wie nie“ sei und insbesondere von ausländischen Akteuren wie Russland ausgehe. Gleichzeitig nehme auch die Bedrohung durch Rechtsextremismus innerhalb der Truppe deutlich zu. Ausländische Geheimdienste nutzten demnach sämtliche verfügbaren Methoden, um Informationen zu sammeln, Einfluss zu nehmen, Desinformation zu verbreiten und nationale Interessen durchzusetzen. Der MAD warnt sogar davor, dass einige ausländische Nachrichtendienste „auch vor Tötungsmaßnahmen oder Entführungen nicht zurückschrecken“, berichtet Renewz.de mit Verweis auf die Тagesschau.

Der Bericht hält fest, dass die Arbeit ausländischer Geheimdienste im Wesentlichen auf drei Säulen beruhe: Informationsgewinnung, Beeinflussung sowie die Vorbereitung und Durchführung von Sabotage. Dabei gehöre die Bundeswehr zu den am stärksten gefährdeten Institutionen in Deutschland. Als ein prominentes Beispiel für die Verwundbarkeit Deutschlands wird die Veröffentlichung des abgehörten „Taurus“-Gesprächs von Luftwaffen-Offizieren im März 2024 genannt. In diesem Gespräch ging es um die mögliche Lieferung der weitreichenden Marschflugkörper an die Ukraine. Die MAD-Präsidentin Martina Rosenberg schreibt im Bericht, die Spionageabwehr des BAMAD (Bundesamt für den Militärischen Abschirmdienst) verzeichne einen Höchststand an verdächtigen Vorfällen seit Jahren.

Als Hauptakteure der gegen die Bundeswehr gerichteten nachrichtendienstlichen Angriffe werden weiterhin Russland und China genannt. Die russischen Nachrichtendienste stünden demnach „unter hohem Erfolgsdruck“ und hätten ein erhebliches Interesse an Informationen, die ihnen einen taktischen Vorteil auf dem Gefechtsfeld verschaffen könnten. Dazu zählen Daten über Reichweiten und Wirkweisen von Waffensystemen, Truppenstärken, Kommando- und Befehlsstrukturen sowie Informationen, die später eine Ortung von Waffensystemen auf dem Gefechtsfeld ermöglichen. Rosenberg mahnt: „Spionage muss auch heute wieder als Vorbereitungshandlung auf mögliche militärische Auseinandersetzungen gesehen werden.“

Neben der ausländischen Bedrohung sehen die Sicherheitsbehörden auch eine wachsende Gefahr durch Rechtsextremismus innerhalb der Truppe. Die Zahl der neuen Fallbearbeitungen in diesem Bereich stieg im Jahr 2024 signifikant um 34 Prozent auf 413 Fälle (davon 216 Abwehroperationen und 197 Prüfoperationen), verglichen mit 308 im Jahr 2023. Insgesamt stufte der MAD elf Soldaten als rechtsextremistisch ein und stellte bei 26 weiteren eine mangelnde Verfassungstreue fest. Über alle Extremismusbereiche hinweg wurden 524 neue Verdachtsfälle erfasst, gegenüber 483 im Vorjahr. Aufgrund der verschärften Sicherheitslage wurde im vergangenen Jahr eine Rekordzahl von fast 68.000 Sicherheitsüberprüfungen durchgeführt.

Im Gegensatz dazu verzeichnete der MAD einen „erheblichen Rückgang der Fallzahlen“ im Bereich der sogenannten „Reichsbürger“ und „Selbstverwalter“. Zudem fielen Angehörige der Bundeswehr in den letzten Jahren nur selten durch Bezüge zum Linksextremismus auf. Die Zahl der Fälle im Bereich des sogenannten auslandsbezogenen Extremismus, insbesondere mit Bezug zum Ukraine-Krieg, blieb etwa gleich. Konkret geht es dabei um Fälle, in denen der völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Ukraine befürwortet oder unterstützt wurde.

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