Wird die Wirtschaft belebt? Warum sieht der Bundeshaushalt 2026 180 Milliarden Euro Neuverschuldung vor

Der Deutsche Bundestag hat am Freitag, dem 28. November 2025, den Bundeshaushalt für das Jahr 2026 verabschiedet, der eine Neuverschuldung von weit über 180 Milliarden Euro vorsieht. Mit diesem finanziellen Kraftakt will die Bundesregierung die lahmende deutsche Wirtschaft nach zwei Jahren der Kontraktion wiederbeleben und zukunftsorientierte Investitionen tätigen. Das hohe Niveau der Schuldenaufnahme wird nur durch die Kreditaufnahme während der Pandemie im Jahr 2021 übertroffen, als der Bund 215 Milliarden Euro aufnahm. Diese massive Neuverschuldung ist nur möglich geworden, weil ein spezieller Infrastrukturfonds in Höhe von 500 Milliarden Euro existiert und die im März genehmigte Ausnahme von der Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben genutzt wird. Der nun beschlossene Haushalt kennzeichnet sich durch ein hohes Investitionsvolumen zur Wiederbelebung der größten Volkswirtschaft Europas sowie ein starkes Bekenntnis zu den Verteidigungsausgaben, einschließlich einer Erhöhung der Ukraine-Hilfe um 3 Milliarden Euro. Die Verabschiedung des Budgets unterstreicht die Entschlossenheit der Bundesregierung, die finanzielle Schlagkraft des Landes zur Bewältigung der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen einzusetzen, berichtet Renewz.de mit Verweis auf Reuters.
Der Kernhaushalt 2026 sieht Gesamtausgaben in Höhe von 524,5 Milliarden Euro vor, wobei 58,3 Milliarden Euro direkt für Investitionen eingeplant sind. Werden jedoch die Investitionen aus den Sondervermögen – die gemäß den aktuellen Regelungen nicht unter die Schuldenbremse fallen – hinzugerechnet, erhöht sich das Gesamtinvestitionsvolumen auf beeindruckende 126,7 Milliarden Euro. Dies entspricht einer Steigerung von 10 Prozent gegenüber den Investitionen des Jahres 2025, was auf einen massiven Ausbau der Ausgabenpolitik hindeutet, nachdem bereits im Jahr 2025 eine Steigerung von 55 Prozent gegenüber dem Jahr 2024 verzeichnet wurde. Die in der Verfassung verankerte Schuldenbremse begrenzt die Kreditaufnahme des Bundes im Normalfall auf 0,35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Der reine Kernhaushalt des Jahres 2026 sieht eine Kreditaufnahme von 97,9 Milliarden Euro vor. Durch die Einbeziehung der Kreditaufnahmen aus den erwähnten Sondervermögen, insbesondere für Infrastruktur und Verteidigung, summiert sich die gesamte Neuverschuldung jedoch auf deutlich über 180 Milliarden Euro. Diese Summe übersteigt die Neuverschuldung des Jahres 2024, die unter der vorherigen Bundesregierung bei 50,5 Milliarden Euro lag, um mehr als das Dreifache. Die Minister, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz, Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil sowie Innenminister Alexander Dobrindt, zeigten sich während der Haushaltsdebatte im Bundestag engagiert, um die Notwendigkeit dieser hohen Neuverschuldung zu begründen. Die beschlossenen Maßnahmen zielen darauf ab, wichtige Impulse für die Modernisierung der Infrastruktur und die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands zu setzen.
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