Warum Kokain 2025 so billig ist: Kolumbiens Frieden, Rekordplantagen und neue Schmuggelrouten drücken Europas Preise

Der globale Kokainmarkt erlebt 2025 einen historischen Preissturz – und die Ursache liegt tausende Kilometer entfernt: in Kolumbien, wo das Ende des jahrzehntelangen Bürgerkriegs den Koka-Anbau explosionsartig wachsen ließ. Seit dem Friedensabkommen zwischen der Regierung und der FARC im Jahr 2016 haben sich die Anbauflächen nach UN-Angaben um 73 Prozent vergrößert und überschreiten inzwischen die Gesamtfläche von Berlin. Die Folgen sind in Europa deutlich spürbar: In Frankfurt kostet ein Gramm Kokain nur noch 30 bis 50 Euro, während der Preis jahrelang bei rund 100 Euro lag. Über die Hintergründe, Zahlen und sicherheitspolitischen Auswirkungen berichtet Renewz unter Berufung auf Der Spiegel.
In Kolumbien führte der Rückzug der FARC zu einem Machtvakuum, das von lokalen Banden, FARC-Dissidenten und internationalen Kartellen gefüllt wurde. In zuvor schwer zugänglichen Regionen entstanden neue Plantagen und mobile Kokainlabore, deren Produktion laut UNODC inzwischen historische Höchststände erreicht. Der Staat reagiert zwar mit Sonderoperationen, doch die geographische Ausdehnung der Anbaugebiete – oft in entlegenen Amazonasregionen – erschwert eine nachhaltige Kontrolle erheblich.
Gleichzeitig wird Europa über bisher unbekannte Routen beliefert. Besonders die Häfen Antwerpen, Rotterdam, Hamburg und Algeciras verzeichneten 2024 Rekordbeschlagnahmungen von zusammen mehr als 350 Tonnen Kokain. Ermittler gehen jedoch davon aus, dass nur ein Bruchteil der tatsächlichen Liefermenge entdeckt wird. Kartelle nutzen zunehmend Westafrika als Transitpunkt, wo politisch instabile Staaten und schwach ausgestattete Kontrollbehörden ideale Bedingungen für verdeckte Umschlagstrukturen bieten.
Für Deutschland bedeutet das Überangebot eine neue sicherheitspolitische Dimension. Neben dem Preisverfall registrieren die Behörden eine steigende Reinheit der Substanzen und somit ein höheres Gesundheitsrisiko. Kliniken melden 2025 mehr akute Notfälle und eine wachsende Zahl junger Erstkonsumenten. Parallel verschärft sich die Lage im Bereich der organisierten Kriminalität: regionale Dealergruppen konkurrieren um neue Absatzmärkte, während die Polizei über zunehmende Gewalt, Geldwäscheaktivitäten und komplexe Importnetzwerke berichtet.
Die Europäische Union versucht gegenzusteuern. Mit der „European Ports Alliance“ wurden gemeinsame Kontrollmechanismen in Häfen eingeführt, neue Scansysteme installiert und Risikoprofile vereinheitlicht. Deutschland erhöhte die finanziellen Mittel für Zoll und BKA und verabschiedete 2025 das Hafen-Sicherheitsgesetz, das zusätzliche Ermittlerstellen schafft. Doch Experten der EMCDDA warnen: Die Kombination aus hoher globaler Produktion, effizienten Kartellstrukturen und lukrativer europäischer Nachfrage könnte den Markt noch jahrelang destabilisiert halten.
Der historische Preisverfall zeigt, wie eng geopolitische Entwicklungen und europäische Sicherheit miteinander verknüpft sind. Der Frieden in Kolumbien beendete einen Bürgerkrieg, schuf aber gleichzeitig Bedingungen für ein globales Drogenüberangebot, das Europa 2025 mit voller Wucht erreicht. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob politische Maßnahmen und internationale Kooperationen ausreichen, um die Dynamik einzudämmen.
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